An der Ecke der Drei-Teiche-Straße und der Palashevski-Straße steht ein Gebäude, das 1885 vom bekannten Moskauer Architekten Sergei Michailowitsch Goncharov erbaut wurde. Diese Villa wurde auf dem Familiengrundstück errichtet, als die Goncharovs 1891 aus ihrem Gut in der Tula-Region nach Moskau zogen. Die Familie Goncharov war mit Natalja Nikolajewna Puschkina verbunden, da sein Urgroßvater ihr Vater war.
Das Haus wurde jedoch nicht wegen Sergei Goncharov oder seiner Vorfahren bekannt, sondern wegen seiner Tochter Natalja Sergejewna Goncharowa, die nach Natalja Nikolajewna benannt wurde. Natalja Goncharowa wurde zu einer der Schlüsselfiguren des russischen Avantgardismus. Die Villa Goncharov verwandelte sich in ein Atelier für Natalja und ihren Lebensgefährten Michail Larionow. Ihr Zuhause wurde zum Zentrum des künstlerischen Lebens, wo sich Persönlichkeiten wie Sergei Diaghilev, Aristarch Lentulov, Ilja Maschkov, Peter Konchalovsky und andere versammelten.
Die Geschichte dieses Hauses ist in den Erinnerungen von Goncharowas und Larionows Freunden erhalten geblieben, darunter viele herausragende Persönlichkeiten des Silbernen Zeitalters. Marina Zwetajewa, deren Kindheit in einem Nachbarhaus verbracht wurde, erinnert sich in ihrem Essay an Natalja Goncharowa und beschreibt die Nachbarschaft ihrer Häuser und die Familiengeschichten.
Über die Inneneinrichtung der Wohnung der Künstler berichtet der Maler S. Romanowitsch: Die Wohnung bestand aus drei Zimmern, einschließlich einer Küche, die manchmal als Atelier von Natalja Sergejewna diente. Das Schlafzimmer und das hellste Zimmer waren das Atelier, in dem die Bilder auf einem Regal standen, wie Bücher in einer Bibliothek. Es gab wenig Möbel, außer einem Tisch und einigen Stühlen. Im Atelier befanden sich Holzskulpturen sowie figürliche Brezeln aus Teig, die als Dekorationen dienten.
Walentina Chodasiewitsch beschreibt die Atmosphäre im Atelier: ein leeres Zimmer mit einer Staffelei, auf der normalerweise ein Werk von Goncharowa stand. Larionow arbeitete direkt an der Wand, und Freunde setzten sich oft auf den Boden zum Teetrinken. Trotz des Mangels an Möbeln herrschte hier Kunst, und alle Gespräche drehten sich darum.
Die Arbeit in diesem kleinen Atelier war erstaunlich produktiv. 1913 erzählte Sergei Diaghilev dem französischen Schriftsteller Michel Georges-Michel von Natalja Goncharowa, die siebenhundert ihrer Leinwände und mehrere Paneele ausstellte, die sie in ihrem kleinen Atelier schuf und in Ausstellungsräumen zusammenbrachte.
Das Atelier in der Drei-Teiche-Straße existierte bis 1915. Nach der Rückkehr von Michail Larionow von der Front zog die Familie auf Einladung von Sergei Diaghilev nach Paris, um an den "Russischen Saisons" zu arbeiten, und kehrte nie wieder nach Russland zurück.
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