Leider sind in Moskau nicht viele Gebäude aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben. Einige wurden noch vor der Revolution abgerissen, andere umgebaut und wieder andere sind durch die Zeit zerfallen. Doch an einigen Orten kann man immer noch die Atmosphäre des bojarischen Moskaus spüren. Einer dieser Kultorte waren die Paläste von Anna Mons, die sich jetzt in der Baumanstraße befinden.
Anna-Margarete von Mons, die Tochter eines deutschen Kaufmanns, war für ihre Schönheit bekannt. Im Jahr 1691 besuchte der junge Peter I. ihr Haus und verliebte sich in sie. Anna Ivanovna wurde für viele Jahre seine Favoritin, obwohl es von ihrer Seite eine berechnende Romanze war. Die Zeit stellte alles an seinen Platz: Am 11. April 1703 ertrank der sächsische Diplomat Königsek in der Newa, und unter seinen Sachen fanden sich Briefe von Mons, die ihre Untreue gegenüber dem Zaren offenbarten. Infolgedessen wurde Anna Ivanovna aus Moskau verbannt, und das Haus übergab Peter I. seinem Hofarzt, dem Holländer Van der Gulst, der laut einigen Angaben das Gebäude erheblich umbaute und die Fassade mit geschnitzten barocken Rahmen verzierte.
Im Laufe seiner langen Geschichte hat das Haus in der Baumanstraße, Nummer 53, viele Besitzer gewechselt. Es blieb bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts bewohnt, als es eine Kommunalwohnung war. 1969 plante man, das Gebäude als architektonisches Denkmal zu restaurieren, aber die Arbeiten gingen langsam voran. In dieser Zeit wurde hinter dem Anwesen von Mons ein Gebäude für das Institut für Präzisionsinstrumente errichtet, das das Gelände mit einem Zaun umgab und die Bewohner umgesiedelt hat.
Das verlassene Gebäude verfiel schnell. Im Jahr 2016 versprach das Ministerium für Kultur der RF, mit der Restaurierung zu beginnen, aber die Arbeiten haben nie begonnen. Jetzt gibt es Gerüchte, dass das Haus an eines der Hauptstadtunternehmen verkauft werden soll.
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