Die Adresse „Tverskoy Boulevard, Haus 11“ ist in Moskau als der Ort bekannt, an dem die große russische Schauspielerin Maria Ermolowa lebte. In diesem Gebäude wurde ein Museum zu ihren Ehren eingerichtet. Die Schauspielerin wohnte hier von 1889 bis 1928, und die Zimmer bewahren bis heute die Erinnerung an ihre Anwesenheit. In diesem Haus verkehrten so bekannte Persönlichkeiten wie W.I. Nemirovich-Danchenko, K.S. Stanislawski, F.I. Schaliapin, A. Lenski und A. Juzhin.
Doch die Geschichte des Hauses reicht weiter zurück. In seinem Fundament finden sich Ziegel aus dem Jahr 1773, und es überstand wie durch ein Wunder den Brand von 1812. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut: Jeder Eigentümer brachte seine Änderungen ein. Das Anwesen besteht aus zwei Teilen: dem Hauptgebäude, das entlang des Boulevards verläuft, und dem Flügel, der zur Straße hinausgeht.
Im Jahr 1847 erhielt das Hauptgebäude ein Mezzanin, und 1873 baute Kapitän Romeiko den Flügel mit einem dritten Stock und verband ihn mit dem Hauptgebäude durch einen Übergang. 1875 veränderte der Architekt K.N. Tschitschagow die Fassade. Hier verbrachte die Schauspielerin und Sängerin Maria Puaré, die Autorin des Romans „Ich fuhr nach Hause, ich dachte an Sie…“, ihre Kindheit.
Im Jahr 1889 erwarb der Anwalt N. Schubinski das Haus, und auf dem Attika erschien ein Monogramm mit dem Buchstaben „Ш“. Er zog mit seiner Frau, M.N. Ermolowa, hierher und ersetzte nur den Parkettboden. Die große Schauspielerin des Kleinen Theaters lebte hier 40 Jahre, obwohl die Ehe unglücklich war. In ihrem Büro im zweiten Stock wurden rosa Gläser eingesetzt, um die graue Realität draußen aufzuhellen.
Nach der Revolution im Jahr 1918 emigrierte N. Schubinski, während Ermolowa in Russland blieb. 1917 richtete sie im Herrenhaus ein Lazarett für Verwundete ein und spielte weiterhin. 1920 übergab der Moskauer Sowjet ihr das Haus in lebenslangem Besitz. Auf dem Balkon dieses Hauses begrüßte Ermolowa ihre Fans am Tag ihres 50-jährigen Karrierejubiläums.
In den letzten Lebensjahren konnte die Schauspielerin aufgrund einer Krankheit das Haus nicht mehr verlassen, und die rosa Gläser machten die Welt weiterhin heller. Sie starb 1928, und das Haus wurde zu einem kommunalen. Erst 1970 wurden in mehreren Zimmern das Museum-Wohnung M.N. Ermolowa eingerichtet, das die von ihrer Tochter hinterlassenen Dinge bewahrte. Ihr Archiv verbrannte die Schauspielerin 1917.
Heute ist das gesamte Herrenhaus dem Haus-Museum M.N. Ermolowa gewidmet, das 1986 eröffnet wurde.
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