Das Mietshaus von V. P. Kalinin befindet sich an der roten Linie der Straße und hat eine wichtige städtebauliche Bedeutung, da es die Straßenlinie fixiert. Es wurde in den Jahren 1900-1901 nach dem Entwurf des Architekten I. G. Kondratenko erbaut, der aus einer Bauernfamilie stammt. Interessant ist, dass auch der Auftraggeber des Hauses, V. P. Kalinin, aus einer Bauernfamilie aus dem Dorf Degunino stammte und das Grundstück und das Haus von 1899 bis 1917 besaß.
Ivan Gavrilovich schloss 1879 die Moskauer Schule für Bildhauerei und Architektur ab, wo er zusammen mit so bekannten Architekten wie R. Klein und S. Solovyev studierte. Nach dem Abschluss der Schule trat er in die Kaiserliche Akademie der Künste ein, die er 1885 mit dem Titel „erster klassischer Künstler“ abschloss. Nach seiner Rückkehr nach Moskau begann Kondratenko im Bauamt der Moskauer Gouvernementsverwaltung zu arbeiten. In Moskau baute er etwa 50 Mietshäuser und Villen, beginnend mit dem pseudorussischen und Backstein-Stil und wechselte in den 1910er Jahren zum Jugendstil.
Das Mietshaus Kalinins ist im Backstein-Stil ausgeführt, der am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts populär war. In diesem Stil werden Stuckverzierungen durch ein Muster aus Ziegelmauerwerk ersetzt, und der Ziegel bleibt unverputzt, was seine Schönheit unterstreicht. Das Gebiet der modernen Bolshaya Gruzinskaya und der Krasina-Straße galt Ende des 19. Jahrhunderts als Randgebiet, wo der Backstein-Stil besonders beliebt war. I. G. Kondratenko verwendete häufig Formziegel und reliefierte Mauerwerke. Das vierstöckige Gebäude hat an der Fassade ein schlichtes reliefiertes Muster, zwei Eingänge mit runden Fenstern, die mit Ziegeln gestaltet sind, und ein Ziegelmuster des Gesimses mit einer Kante über dem vierten Stock. Das Erdgeschoss des Gebäudes war für Handelsbetriebe vorgesehen, während die drei oberen Etagen als Wohnungen vermietet wurden.
Die Einzigartigkeit des Hauses liegt darin, dass es ein gut erhaltenes Beispiel typischer Architektur des späten 19. Jahrhunderts ist, aus der wenigen historischen Bebauung des Viertels und der Krasina-Straße, die bis heute erhalten geblieben ist. In der Sowjetzeit gab es im Haus ebenfalls Wohnungen, in einer davon lebte der Ingenieur und Konstrukteur für Raumfahrt- und Raketentechnik N. G. Tschernyschew, der Gründer einer wissenschaftlichen Schule für die Chemie von Raketentreibstoffen.
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