Haus Nr. 20 in der Pjatnizkaja-Straße, ein Mietshaus, erbaut im Jahr 1911 nach dem Entwurf des Architekten Sergej Matwejewitsch Scharow für den Kaufmann und Besitzer der Seifenfabrik Wladimir Antonowitsch Boni. Scharow, der Assistent des Stadtarchitekten von Wladimir war, lebte in Moskau und fuhr drei Tage die Woche nach Wladimir. Neben diesem Gebäude wurde in Moskau nach seinem Entwurf ein weiteres interessantes Haus in der Pestowski-Gasse erbaut.
Vor der Revolution befand sich im Erdgeschoss des Hauses Boni das Kaffeehaus von Leonid Juljewitsch Forshtern, der ein Netzwerk von Geschäften an der Kusnezki-Brücke, am Arbat, in der Sretenska und in der Soljanka besaß. Neben Forshterns Geschäft befand sich die Apotheke der bekannten „Fabrik- und Handelsgesellschaft R. Köler und Co.“. Die pharmazeutische Fabrik von Robert Köler, die 1882 eröffnet wurde, war das erste industrielle Unternehmen in Russland zur Herstellung von Medikamenten. In der Zeitschrift „Niva“ (Nr. 49, 1900) wurde festgestellt, dass das Verdienst des Unternehmens Köler in der Schaffung einer neuen Branche der verarbeitenden Industrie in Russland besteht, die darauf abzielt, ausländische chemische und pharmazeutische Produkte zu ersetzen. Die Firma besaß auch ein Netzwerk von Apotheken in Moskau und anderen Städten des Russischen Kaiserreichs. In der Sowjetzeit wurde auf der Basis der Fabrik Köler das chemisch-pharmazeutische Unternehmen „Moskhimfarmpreparaty“ gegründet, das bis heute aktiv ist.
Das Gebäude in der Pjatnizkaja-Straße, eines der höchsten in diesem Viertel, ist im neoklassizistischen Stil mit großen reliefartigen Verzierungen unter den Gesimsen gestaltet. Die Aufmerksamkeit erregt zwei facettierte Erker und eine Vase auf einem dekorativen Konsolen in der halbkreisförmigen Nische in der Mitte der symmetrischen Fassade. Das Haus wurde nie grundlegend umgebaut, sodass es im Wesentlichen seine innere Raumaufteilung und Ausstattung bewahrt hat.
Unter dem Gebäude verläuft eine U-Bahn-Linie, weshalb manchmal Risse in der Fassade auftreten und gelegentlich große Fragmente des Stuckes abfallen.
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