Das Gebäude mit der langen Fassade in der Neglinnaya-Straße, zwischen der Kuznetsky-Brücke und der Pushkin-Straße, gehörte vor der Revolution dem Moskauer Kaufmannsverein. Es wurde 1888 anstelle eines alten dreistöckigen Gebäudes errichtet. Der Bau war von einer der schwersten technogenen Katastrophen des 19. Jahrhunderts in Moskau begleitet.
Im Oktober 1888 kam es zum Einsturz des fast fertiggestellten Mietshauses, das von dem Architekten A.S. Kaminsky entworfen wurde. Unter den Trümmern starben 11 Menschen, weitere 11 erlitten schwere Verletzungen. Eine Expertenkommission stellte zahlreiche technische Fehler fest, hauptsächlich aufgrund der beschleunigten Bauweise: Die Bauherren wollten die Arbeiten bis zum Winter abschließen und drängten die Arbeiter. Obwohl im Projekt von Kaminsky keine konstruktiven Fehler gefunden wurden, wurde er für Verstöße gegen die Sicherheitsbauvorschriften verantwortlich gemacht und zu kirchlicher Buße und sechs Wochen Hausarrest verurteilt. Diese Strafe bedeutete das Ende seiner beruflichen Karriere. Bis zu seinem Tod im Jahr 1897 erhielt er keine neuen Aufträge und blieb nur Architekt für die Brüder Tretyakov, seine Verwandten, da er mit Sofia Mikhailovna Tretyakova verheiratet war.
Dennoch wurde das Gebäude in der Neglinnaya-Straße nach seinem Entwurf fertiggestellt. Im Laufe der Jahre beherbergte es bekannte Geschäfte wie die Juweliergeschäfte von K. Fabergé und F.A. Lorié, das Geschäft von Datsyaro mit künstlerischen Reproduktionen und Gemälden, den Teeladen von Peter Botkin und das Möbelgeschäft von P.A. Schmitt.
Im Jahr 1907 wurde das Gebäude nach dem Entwurf des Architekten V.V. Sherwood umgebaut. In der Sowjetzeit belegten die oberen Etagen des Gebäudes Gemeinschaftswohnungen. In den 1950er und 1960er Jahren lebte in der Wohnung Nr. 9 im dritten Stock der bekannte Bard und Schauspieler Yuri Vizbor mit seiner ersten Frau Ada Yakusheva. Ende der 1960er Jahre wurde das Gebäude geräumt und zog die Hauptverwaltung für Kultur des Moskauer Stadtrats ein. Heute befindet sich hier das Kulturdepartement Moskaus.
Im Erdgeschoss befanden sich ein beliebtes Schaschlik-Restaurant und das Café "Polevoy Stan" sowie ein Musikgeschäft, das bis heute geöffnet ist. Das Mietshaus des Moskauer Kaufmannsvereins wurde als Objekt des kulturellen Erbes anerkannt.
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