← Zum Feed · Karte

Mietshaus, Anfang XX. Jh., Architekt I.G. Kondratenko (Veshnyakova)

Фото 1
Das Mietshaus Veshnyakova, gelegen in der Malaya Bronnaya Straße und in der Nähe der Patriarchenteiche, ist ein seltenes Beispiel für ein sechsstöckiges Wohngebäude im neorussischen Stil. Es ist eines der besten Werke des bekannten Moskauer Architekten I.G. Kondratenko, das 1912 zusammen mit dem Architekten S.A. Doroshenko geschaffen wurde.

Die Fassade des Hauses erinnert an Bauten des nördlichen Jugendstils und mittelalterliche architektonische Elemente. Ihre Gestaltung zeichnet sich durch einen komplexen Rhythmus und plastische Fülle aus, während die symmetrische Fassade durch ein bogenförmiges Portal des Eingangs und drei ungewöhnlich dekorierte Erker im dritten Stock hervorsticht. Diese Erker erinnern an die bogenförmige Überdachung alter russischer Bauten, die von zwei massiven runden Säulen getragen wird. Die originale Silhouette des Gebäudes wird durch die seitlichen Dachseiten betont, die in Form von Überdachungen mit spitzen Abschlüssen gestaltet sind.

In diesem Haus besuchten oft ihre Freunde, das Ehepaar I.P. und V.F. Kreshkov, Michail Bulgakov und seine erste Frau Tatjana Lappa. Eines Tages schlug Bulgakov, bekannt für seinen Humor und seine Vorliebe für Streiche, seinen Freunden vor, eine Séance abzuhalten, was ihn zur Schaffung des Feuilletons „Séance“ inspirierte. In diesem Werk luden die Wohnungseigentümerin Madame Luzina und ihr Mann Pawel Petrowitsch ihre Bekannten ein, um den Geist zu beschwören. Es stellte sich heraus, dass es der Kaiser Napoleon war, der gefragt wurde, wie lange die Bolschewiki an der Macht bleiben würden. Die Séance wurde unterbrochen, als Vertreter der Außerordentlichen Kommission in die Wohnung stürmten, nachdem sie von der Hausangestellten von der Absetzung der Bolschewiki erfahren hatten. Die Männer wurden verhaftet. Nach der Veröffentlichung des Feuilletons war Ivan Pawlowitsch Kreshkov, der das Vorbild für einen der Charaktere wurde, empört, aber die Freunde überzeugten ihn, dass es sich nur um einen Scherz handelte, und Bulgakov entging den Schwierigkeiten.

Das Haus Nr. 32 bleibt weiterhin ein Wohnhaus und hat den Status eines erkannten Objekts des kulturellen Erbes.

Geo-Punkt

Доходный дом, нач. XX в., арх. И.Г. Кондратенко (Вешнякова)

Kommentare