In der Ermolajewski-Gasse steht ein beeindruckendes neoklassizistisches Gebäude, das zwischen 1912 und 1915 von dem Architekten D. S. Markow erbaut wurde. Es diente als Einkommenshaus und Club der Moskauer Architektengesellschaft.
Die Moskauer Architektengesellschaft war die erste Vereinigung von Architekten und Bauingenieuren in Russland, die 1867 auf Initiative des Architekten Michail Dorimedontowitsch Bykowki gegründet wurde. Ihr Ziel war die Entwicklung und Verbreitung von Wissen im Bereich Architektur in Russland. Zu den Haupttätigkeitsbereichen gehörten wissenschaftliche Forschungen im technischen Bauwesen und das Studium der Architekturgeschichte, die Diskussion aktueller Praktiken, die Organisation von Ausstellungen und Wettbewerben sowie die Übersetzung und Veröffentlichung von Arbeiten ausländischer Autoren.
Bis 1912 zählte die Gesellschaft 152 Mitglieder. Der von D. S. Markow entworfene Entwurf für das neue Gebäude wurde nach einem Wettbewerb ausgewählt und wurde zum Symbol der Aktivitäten der Gesellschaft. Die Fassade, im Stil von Andrea Palladio gestaltet, galt als Beispiel für professionelle Kompetenz. 1914 zog die Gesellschaft in das neue Gebäude in der Ermolajewski-Gasse um, wo sie bis zur Schließung im Jahr 1932 blieb.
In dieser Zeit waren die bekannten Architekten F. O. Schechtel und A. V. Schtschussew die Vorsitzenden der Gesellschaft. In der Sowjetzeit setzte die Gesellschaft ihre Aktivitäten fort, indem sie Vorträge und Architekturwettbewerbe organisierte und sich mit dem Denkmalschutz beschäftigte. Nach 1923 blieb sie die einzige Architektengesellschaft der Hauptstadt. 1930 trat sie dem Moskauer Regionalverband der Allrussischen Architektonisch-Wissenschaftlichen Gesellschaft bei und wurde 1932 aufgelöst.
In der Sowjetzeit gehörte das Gebäude dem Moskauer Künstlerbund, wo Jugendausstellungen stattfanden und kreative Werkstätten untergebracht waren. Seit 2003 ist es eine Ausstellungsfläche des Moskauer Museums für moderne Kunst.
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