Das Mietshaus von Ida Amalia Lidval in St. Petersburg ist eines der seltenen architektonischen Denkmäler im nordischen Jugendstil. Das Projekt des Gebäudes wurde von Fjodor Iwanowitsch Lidval, dem Sohn der ersten Eigentümerin und einem bekannten russisch-schwedischen Architekten, Akademiker der Kaiserlichen Akademie der Künste, entworfen. Ida Amalia initiierte selbst den Bau.
Das Haus zieht nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch sein äußeres Erscheinungsbild im nordischen Jugendstil, der an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstand, Aufmerksamkeit auf sich. Dieser Stil war besonders in Schweden, Norwegen und Finnland, das Teil des Russischen Kaiserreichs war, beliebt. In St. Petersburg fand der nordische Jugendstil nicht weit verbreitete Anwendung, hinterließ jedoch dennoch seine Spuren.
Der Bau des Lidval-Hauses begann 1899, und erst 1904 konnte man darin wohnen. Das Gebäude wurde anstelle eines alten Herrenhauses errichtet, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Ursprünglich gehörte es dem deutschen Arzt Braun, dann Johann Andreas Kumberg und teilweise dem Unternehmer Finkel. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf diesem Grundstück ein Komplex aus vier nicht Wohngebäuden errichtet, in denen eine Zeit lang die Lampen- und Bronze-Fabriken von Kumberg untergebracht waren.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Grundstück an Jakow Petrowitsch Koks verkauft, und dann erwarb Ida Lidval das vereinte Grundstück. Dank ihrer Bemühungen wurde ein fünfstöckiges Gebäude in Form des Buchstabens „P“ errichtet, dessen Fassade mit Ornamenten im nordischen Jugendstil geschmückt ist. Die dekorativen Balkone sind teilweise in diesem Stil, teilweise im Neoklassizismus gestaltet.
Nach Abschluss des Baus wurde ein Flügel für die Familie der Eigentümerin reserviert, während der Rest vermietet wurde. Die Innenräume zeichneten sich durch Mosaik- oder Parkettböden, holländische oder russische Öfen aus. Einige Wohnungen hatten Eichen-Decken und -Wände, und in jedem Flügel gab es Zimmer für die Hausmeister. Das Haus galt als prestigeträchtig, und es lebten dort bekannte Persönlichkeiten wie der Generaladjutant Kuropatkin, der Künstler Petrow-Wodkin, der Architekt Weitens und andere.
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