Im Jahr 1897 erwarb Alexander Jakowlewitsch Baryshnikov, ein Herkunft aus den Bauern der Provinz Pskow und Kaufmann 2. Gilde, ein Grundstück in der Nikolaevskaja Straße zum Bau eines Mietshauses. Das Projekt wurde dem bekannten Hauptstadtarchitekten Wasilij Wasiljewitsch Schauba in Auftrag gegeben. Das Haus wurde in zwei Jahren gebaut, jedoch erinnerte sein äußeres Erscheinungsbild nur entfernt an die Arbeit von Schauba.
Zu dieser Zeit war Wasilij Wasiljewitsch sehr beschäftigt, da er gleichzeitig an mehr als einem Dutzend Projekte arbeitete, darunter bedeutendere als das Kaufmannshaus in der Nikolaevskaja. Das Projekt von Schauba war einfach und rational: fünfzehn Wohnungen, von denen zehn sechs Zimmer und fünf drei Zimmer hatten, im Erdgeschoss befanden sich vier Geschäfte, der zweite Stock war zur Vermietung vorgesehen und der dritte für die Familie des Eigentümers. Ein geräumiger Innenhof umgab den rechteckigen Perimeter des Gebäudes. Die Fassade war im eklektischen Stil gestaltet. Der Bau verlief langsam, aber strikt nach Plan. Nach einem Jahr wurde der ältere Sohn von Baryshnikov, Alexander, der gerade das Institut für Ingenieure der Verkehrsinfrastruktur abgeschlossen hatte, in die Arbeiten einbezogen. Ihm wurden die Berechnungen anvertraut, aber er beschloss, seine Änderungen vorzuschlagen.
Alexander Alexandrowitsch, begeistert von neuen architektonischen Tendenzen, schlug vor, das dekorative Erscheinungsbild des Gebäudes zu ändern. Der Eklektizismus der Fassade wurde durch Elemente des Wiener Jugendstils und pflanzliche Motive ersetzt. Die Dekoration der Eingänge wurde ebenfalls umgestaltet und mit modernen Formen gefüllt. Alexander Alexandrowitsch entwarf selbst Skizzen der dekorativen Details, die von anderen Meistern umgesetzt wurden. Er leitete das Projekt und beschrieb es in der Zeitschrift „Zodchij“. Das Haus wurde zu einem der ersten Beispiele dekadenter Architektur in der Hauptstadt.
Alexander Jakowlewitsch, ein Händler mit Bändern und Spitzen, war ein gebildeter Mensch und sensibel für Modetrends, was ihm ermöglichte, die Neuerungen seines Sohnes zu schätzen. Die erste architektonische Erfahrung von Alexander Alexandrowitsch wurde zu einem herausragenden Ereignis in seiner Karriere als Ingenieur. Er arbeitete in der Verwaltung für Wasser- und Straßenverkehr und ging dann in die öffentliche Arbeit, wo er Abgeordneter der Staatsduma wurde. Nach der Revolution bekleidete er Ämter in der Provisorischen Regierung. Trotz der Wendungen seiner Biografie realisierte er nur wenige zivile Projekte, darunter ein Wohnkomplex in der Troizkaja Straße und das „Haus mit dem Engel“ in Pawlowsk.
Das Haus in der Nikolaevskaja wurde zum Wohnort kreativer Menschen, darunter eine Ballettschule und der Verlag „Schipovnik“. Die Familie Baryshnikov lebte dort bis zur Revolution, als sie auf zwei Zimmer verdichtet wurden. Alexander Alexandrowitsch weigerte sich, das Haus zu verlassen, trotz der Drohung mit Verhaftung, und starb 1924.
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