In der Stoleschnikow-Gasse zieht ein vierstöckiges Mietshaus mit reicher Fassade im russischen Stil die Aufmerksamkeit auf sich. Es wurde 1883 von dem Architekten Iwan Semjonowitsch Bogomolow errichtet, der auch das Projekt für das Denkmal für A. S. Puschkin entworfen hat, das vom Bildhauer A. M. Opekuschin geschaffen wurde. Der Eigentümer des Gebäudes war Alexei Iwanowitsch Karzinkin, ein erblicher Ehrenbürger und Vertreter des älteren Zweigs einer bekannten Kaufmannsfamilie, Mitbesitzer der Jaroslawler Großen Manufaktur und der Balaschiner Papierwarenfabrik. Sein Vetter Sergei Sergejewitsch Karzinkin baute das berühmte "Große Moskauer Hotel", das später Teil des Hotels "Moskau" wurde und in den 1970er Jahren abgerissen wurde.
In Moskau gehörten den Karzinkins zahlreiche Mietshäuser. Zum Beispiel besaß der Verwandte von Alexei Iwanowitsch, Andrei Alexandrowitsch Karzinkin, das Haus Nr. 14 auf der gegenüberliegenden Seite der Stoleschnikow-Gasse, das im Stil des barock-klassizistischen Eklektizismus ausgeführt wurde. Über die Kaufleute Karzinkins gingen Legenden, die in das Buch von E. Z. Baranow "Moskauer Legenden" eingingen, dem ein eigenes Kapitel gewidmet ist. In den 1880er Jahren lebte der bekannte Moskauer Chronist Wladimir Alexejewitsch Gilyarowski im Haus von A. I. Karzinkin. Er hatte oft Vertreter der Literatur und Kunst zu Besuch. Gilyarowski lebte drei Jahre im Haus der Karzinkins und zog dann in das benachbarte Haus Nr. 9, an dessen Fassade eine Gedenktafel zu seinen Ehren angebracht ist. Es ist wichtig zu beachten, dass die Hausnummerierung damals anders war, da die Stoleschnikow-Gasse von der Bolschaja Dmitrowka und nicht von der Tverskaja Straße aus begann, wie es heute der Fall ist.
Neben Gilyarowski lebten hier zu verschiedenen Zeiten der Opernsänger Platon Zesewitsch, der Dramatiker Waleri Frid, die Schauspielerin Darja Zerkalowa sowie der Dichter Musa Dschalil, der 1944 im Gefängnis Plötzensee in Berlin hingerichtet und posthum mit dem Titel Held der Sowjetunion ausgezeichnet wurde. Eine Gedenktafel, die Dschalil gewidmet ist, wurde an der Fassade des Gebäudes angebracht. In der Sowjetzeit befand sich im Erdgeschoss des Hauses ein beliebter Laden namens "Torten", der vielen Moskauer bekannt war. Derzeit wird das Mietshaus der Karzinkins als Objekt des kulturellen Erbes von regionaler Bedeutung staatlich geschützt.
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