Am Ufer des Flusses Chimka, zwei Werst von seiner Mündung in die Moskwa entfernt, lag seit jeher das Dorf Onoschino. Im 17. Jahrhundert war sein Besitzer der Diakon I. T. Gramotin, zu dessen Ehren das Dorf den Namen Iwanowsko erhielt, der später zu Iwankowo wurde. Nach dem Tod des kinderlosen Gramotin ging Iwanowsko an den königlichen Verwandten, den Strelitz R. M. Streschnew. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Iwankowo zu einem beliebten Ort für Datschen der Moskauer. Im Reiseführer zu den Moskauer Vororten von S. M. Ljubetski (1877) wurde vermerkt: „Wunderschön aufgrund seiner hügeligen Landschaft und der Bequemlichkeit ist das Dorf Iwankowo; dort wohnen im Sommer viele Moskauer Umsiedler.“ Im Jahr 1884 organisierte die Fürstin E. F. Schachowskaja-Streschnewa-Glebowa hier ein Sommerlager in zwei Datschen, in das Schülerinnen aus bedürftigen Familien kamen. In der Nähe ließen sich Schauspieler des Künstlertheaters nieder, darunter der Bühnenbildner V. A. Simow, der eine Datscha für sich und seine Kollegen baute. Simow war auch am Bau einer Datscha für den bekannten Moskauer Millionär V. A. Nosenkow beteiligt, einen Vertreter der Kaufmannsfamilie aus Pereslawl-Salesski, der sich im 19. Jahrhundert in Moskau niederließ und Mitinhaber der Gesellschaft „A. und S. Nosenkow. Brüder“ war.
Die Fabrik der Nosenkows befand sich in Koschely auf der Jauza-Straße und stellte Eisenwaren, Werkzeuge und Gartenbedarf her. Wladimir Alexandrowitsch war auch im Verlagswesen tätig. Sein Verlag „Krandiewski, Nosenkow“ veröffentlichte die Zeitschrift „Bulletin der Literatur und des Lebens“, in der A. N. Tolstoi publizierte. Im Jahr 1908 beschloss Nosenkow, eine Datscha in Iwankowo zu bauen, und beauftragte den jungen Architekten L. A. Wesnin mit dem Entwurf. Ursprünglich war die Datscha als ein Blockhaus mit russischem Ornament und quadrigem Turm gedacht, aber ein Jahr später wurde ein eleganter neoromanischer Bungalow im „Amerikaner“-Stil mit Walmdächern und eleganten Erkern errichtet. An der Planung und Gestaltung der Datscha war V. A. Simow aktiv beteiligt.
Doch Wladimir Alexandrowitsch gelang es nicht, lange in seiner Datscha zu leben. Nach der Revolution wurden alle Datschen nationalisiert. Heute steht die Datscha von V. A. Nosenkow unter staatlichem Schutz, ist jedoch schwer zu sehen, da sie sich auf dem Gelände einer geschlossenen Siedlung befindet.
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