Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt Moskau einen echten "Datscha-Boom". Laut dem Beschluss des Staatsrates vom 7. Juli 1847 war es erlaubt, Grundstücke im Umkreis von 25 Werst um Moskau und St. Petersburg für den Bau von Fabriken, Werken und Datschen zu vergeben, die schön und komfortabel sein sollten.
Besonders prestigeträchtig galt das Gebiet entlang der Petersburger Chaussee, insbesondere der Petrowski-Park. Hier befanden sich neben den Landhäusern des Moskauer Adels auch Restaurants und andere Unterhaltungseinrichtungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Datschenbau aktiv, und große Grundstücke wurden in kleinere Parzellen unterteilt, die für ein breiteres Publikum zugänglich waren. In der Zeitschrift "Unterhaltung" aus dem Jahr 1889 wurde vermerkt, dass in den Petrowski-Park Vertreter der oberen Gesellschaft, Aristokraten, Sportler, Anwälte, verarmte Adelige und Ärzte kamen.
Am Ende des 19. Jahrhunderts erwarb der Kaufmann A. M. Postnikow, Gründer der "Gesellschaft der Metallwarenfabrik A. M. Postnikow", die Kirchenutensilien und Bürometallwaren herstellte, das Grundstück. Während seiner Besitzzeit wurde ein Teil des Grundstücks an den Unternehmer Sch. Omon vermietet. Nach dem Tod von Postnikow wurde das Grundstück aufgeteilt, und das Haus mit dem angrenzenden Gelände ging an die Moskauer Fabrikanten Konshins über, und dann in den Jahren 1914-1915 an I. A. Mantaschew, den Sohn eines bekannten Ölindustriellen und Pferdeliebhabers.
Das Haus an der Petersburger Chaussee 21 wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und von dem Architekten A. Erichson bei den Konshins umgebaut. Die Hauptfassade des Hauses, die in rechteckiger Form gestaltet ist, wird von einem hervortretenden Portikus mit sechs kannelierten Säulen des kompositen Ordens geschmückt, die eine offene Loggia im zweiten Stock bilden. Die Komposition wird durch ein Fries mit Rosetten und ein dreieckiges Giebel, das reich mit Modulons, Rosetten und Girlanden verziert ist, abgeschlossen. Das Sockelgeschoss hat eine rustizierte Ausführung an den Seiten und eine glatte in der Mitte, das zweite Stockwerk ist mit halbkreisförmigen und rechteckigen Fenstern durchbrochen, die von Lisenen mit kompositen Kapitellen, Sandriken und Girlanden umrahmt sind. Rechts schließt sich an die Fassade eine offene Parkterrasse mit Balustrade an. Der Architekt F. O. Schechtel fügte einen zweigeschossigen Flügel mit großen halbkreisförmigen Fenstern im Erdgeschoss und rechteckigen im zweiten hinzu. In den Innenräumen sind originale Gestaltungselemente von Schechtel erhalten geblieben: ein trapezförmiges Holzfenster, eine prächtige Marmortreppe mit geschnitzten Pflanzenmotiven und reliefierte Paneele.
Von der Allee trennt eine Umzäunung mit dekorativen Säulen und figürlichen Aufsätzen die Datscha. Die Eingangs-Pilaster sind mit ovalen Kartuschen und Girlanden geschmückt. Nach der Revolution befanden sich hier Wohnungen von Mitarbeitern der Zukowski-Akademie, und seit 1949 das Pionierhaus. In der heutigen Zeit wurde das Gebäude als Museum für Kinderkino bei der Filmstudios "Animafilm" genutzt.
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