Im 16. und 17. Jahrhundert befand sich auf dem Gebiet des heutigen architektonischen Komplexes, der die Kirchen des Propheten Elia und des Varlaam von Chutyn umfasst, ein kleines Kloster, das 1738 geschlossen wurde. Bis 1780 stand an der Stelle der Kirche des Varlaam von Chutyn eine kleine Steinkirche, die vollständig abgerissen und neu gebaut wurde.
Die moderne Kirche des Varlaam von Chutyn zeigt den Einfluss des frühen Petersburger Klassizismus, der sich Ende des 18. Jahrhunderts in Wologda verbreitete. Es kann vermutet werden, dass sie von einem talentierten Meister aus der Hauptstadt entworfen oder gebaut wurde, was durch die sorgfältig ausgearbeiteten Details der Dekoration und den eleganten Glockenturm belegt wird. Die Einzigartigkeit der Architektur der Kirche im Vergleich zu fünfzig anderen in der Stadt, mit Ausnahme der Kirche des heiligen Nikolaus auf dem Sennaja-Platz, bestätigt diese Annahme. Allerdings lässt die Existenz von Gebäuden in ähnlichem Stil in Wologda vermuten, dass der Architekt auch ein Einheimischer gewesen sein könnte.
Die Kirche des Varlaam von Chutyn hat zwei Etagen und eine kleine Größe. Die Westfassade mit dem Haupteingang ist mit einer Halbrundung geschmückt, die von vier ionischen Säulen getragen wird. Über ihr erhebt sich der hohe quadratische Glockenturm mit konkaven Flächen und Ecken, die mit korinthischen Säulen und Pilastern verziert sind, die ein leichtes Fries tragen. Der Glockenturm wird von einer komplexen pyramidenförmigen Kuppel mit einem dünnen Spitzdach gekrönt. Die Kuppel über dem östlichen Teil des Gebäudes ist in Form einer ovalen Laterne mit einem kleinen Hauptwerk gestaltet. Dekorative Vasen mit plastischen Girlanden auf Sockeln, die als zwei weitere Hauptwerke fungieren, verleihen dem Tempel einen weltlichen Charakter.
Das Gesamtbild der Kirche wurde etwas durch den breiten Strebepfeiler, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf der linken Seite der Rotunde hinzugefügt wurde, beeinträchtigt. Der linke Teil des Tempels hat sich von dem in das Gebäude integrierten Glockenturm entfernt, was zu einem Riss führte und eine Verstärkung der Seitenwand erforderlich machte. Abgesehen von diesem Anbau und anderen kleinen Veränderungen hat der Tempel äußerlich den Zustand bewahrt, in dem er 1780 war, was man über seine innere Ausstattung nicht sagen kann. Eine Besonderheit des Tempels ist der "Beichtplatz" im südlichen Teil des Altars, was in vielen Kirchen nicht zu finden ist.
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