In Wyatskoje standen zwei Kirchen, die an gegenüberliegenden Ufern des Flusses Uchtomka lagen. Die Himmelfahrtskirche war deutlich größer als die Auferstehungskirche und erhob sich auf dem hohen linken Ufer. Sie zeichnete sich durch den Barockstil aus und hatte fünf Altäre, die an vier Seiten angeordnet waren, von denen jeder mit einer eigenen Kuppel gekrönt war, was eine fünfkuppelige Komposition schuf.
Nach der Revolution erlebten die Kirchen in Wyatskoje schwierige Zeiten. Beide Kirchen waren von Schließung bedroht. Die Auferstehungskirche konnte erhalten werden, während die Himmelfahrtskirche zerstört wurde. Man sagt, als die Sprengstoffexperten eintrafen, versammelten sich Menschen um die Kirche, und es ertönte Weinen. Die Kirche wurde zweimal gesprengt, da der Glockenturm nach der ersten Explosion stehen blieb. Ein einheimischer Bauer versteckte den Großteil des Geschirrs und der Ikonen im Keller, aber sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Das verbleibende Kircheneigentum wurde zerstört. Augenzeugen erinnerten sich, dass die Ikonen wie Holzstücke den Fluss hinunter trieben, während zwei Bauern sie mit Wagen transportierten und in der Bäckerei verbrannten. Beide Bauern endeten schlecht: der eine erhängte sich, der andere ertrank. Der überlebende Teil der Kirche wurde zunächst als Maschinen- und Traktorenstation genutzt und später als Lager. Im Altar wurde trockener Zement gelagert, der mit der Zeit zu einem Monolithen wurde. Viele Jahre stand die Kirche ohne Kuppeln und Glockenturm da und zerfiel allmählich.
Die Wiederherstellung der Himmelfahrtskirche begann erst vor wenigen Jahren. Im August 2010 fand der erste Arbeitseinsatz statt, bei dem die Menschen das Gelände von Müll reinigten und die Bäume, die auf den Wänden gewachsen waren, fällten. Am 29. August desselben Jahres, am Fest der Himmelfahrt der Gottesmutter, fand in der Kirche der erste Gottesdienst nach achtzig Jahren statt, der dem Altarfest gewidmet war. Dies war ein wichtiges Ereignis, zu dem viele Dorfbewohner und Ehrengäste kamen.
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