In Bolshoye Boldino gab es neben der 1791 von Lew Alexandrowitsch Puschkin, dem Großvater von Alexander Sergejewitsch Puschkin, errichteten Kirche noch zwei weitere Kirchen. Im Archiv der Region Nischni Nowgorod befindet sich ein Eintrag aus dem Steuerbuch des Kreises Arzamas aus dem Jahr 1621, in dem erwähnt wird: Im Dorf Boldino am Fluss Azanka, früher als Dorf Zabortniki bekannt, stand eine hölzerne Kirche des Erzengels Michael. In der Kirche gab es Ikonen, Bücher, Gewänder, Kirchgefäße, Glocken und alles Notwendige für den Gottesdienst sowie Kirchengärten, in denen der Priester Fedor, der Diakon und der Küster lebten. Die Kirchenländer umfassten Äcker und Wiesen.
In den "Wirtschaftlichen Bemerkungen" von 1798, die bei der Beschreibung der Grundbesitzungen erstellt wurden, wird eine andere Kirche in Boldino erwähnt: die hölzerne Kirche der Himmelfahrt der Gottesmutter, die am rechten Ufer des Flusses Azanka lag. Eine dieser Kirchen brannte Ende des 18. Jahrhunderts nieder, was durch Archivdokumente bestätigt wird. Im regionalen Archiv gibt es ein Aktenzeichen über die Weihe einer neuen Kirche im Dorf Boldino, dem Erbe der Puschkins. In diesem Aktenzeichen gibt es ein Gesuch vom 3. Juli 1791, das an den Bischof von Nischni Nowgorod und Alatyr, Damaskin, im Namen von Ivan Alexandrov, dem Diener des Boldino-Erbes, gerichtet ist. In dem Gesuch wird erwähnt, dass im Jahr 1782 eine Genehmigung zum Bau einer steinernen Kirche anstelle der baufälligen hölzernen Kirche erhalten wurde, aber im Jahr 1787 brannte die alte hölzerne Kirche nieder. Die neue Kirche wurde fertiggestellt und war bereit zur Weihe.
Im Archiv befindet sich auch ein Bericht des Dekans an den Bischof über die Weihe der Kirche im Dorf Boldino, dem Erbe der Puschkins. Viele Einheimische erinnern sich an die hölzerne Kirche, die am Rand des Dorfes stand. Die 1791 geweihte Kirche hatte drei Altäre und war der Himmelfahrt der Heiligen Gottesmutter gewidmet. Laut dem Adresskalender der Nischni Nowgoroder Diözese von 1888 dienten in der Kirche zwei Priester, ein Diakon und ein Psalmodist. Die Priester waren I.M. Krasowski und A.I. Belawin, der Diakon F.V. Livadonow und die Psalmodisten S.G. Wedenetzki und W.P. Uspenski. Die Gemeinde zählte 2690 Männer und 2819 Frauen.
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