Die russischen Herrscher strebten wiederholt danach, die Begräbnisstätten der orthodoxen Christen in den Städten, Siedlungen und Dörfern des Landes zu ordnen. Doch erst 1771 brachte der Senat gemeinsam mit dem Heiligen Synod den Bürgern den Erlass von Katharina II. über die Begräbnisstätten zur Kenntnis.
Am 29. Mai 1773 wurde durch das „Dekret des Hochwürdigsten Bartholomäus, Bischof von Wjatka und Großperm“ dem Stadtoberhaupt, dem Kaufmann Ivan Platunov, die Erlaubnis erteilt, eine steinerne Kirche im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit mit einer Kapelle im Namen des heiligen Johannes von Damaskus zu errichten. Für den Bau der Kirche engagierte er den bekannten wjatkischen Steinmetz Ivan Dmitrievich Korshunov.
Die Architektur des Gebäudes war recht bescheiden, was für die Zeit des wjatkischen Barock erstaunlich ist. Der vereinfachte Ansatz bei der Gestaltung der Fassaden wurde durch die Lage der Kirche auf dem Friedhof erklärt. Die Tore hingegen waren reich verziert und erinnerten an einen halb geöffneten altgläubigen Faltaltar, der eher wie ein Parkbauwerk als wie ein kirchliches oder friedhofliches aussah. Wahrscheinlich wurden sie zwischen 1773 und 1775 erbaut. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Innenräume der Kirche mit Ölgemälden geschmückt, die bis heute jedoch schlecht erhalten sind.
Im November 1908 wandte sich die Wjatker Geistliche Konsistenz an die Kaiserliche Archäologische Kommission mit dem Vorschlag, das Projekt zur Umgestaltung der Dreifaltigkeitskirche zu prüfen, das eine Verlängerung nach Westen vorsah. In den Jahren 1910-1911 wurde die Kirche erheblich umgebaut: Der Glockenturm und das Vorhaus wurden abgerissen, das Gebäude wurde bis zu den Eingangstoren verlängert, und es wurden zweigeschossige Pavillons hinzugefügt, über denen ein neuer Glockenturm errichtet wurde.
In der Zeit des Kampfes des Staates gegen die Kirche wurden viele Kirchen verändert: Kuppeln und Kreuze wurden abgerissen, Glockentürme zerstört. Die Dreifaltigkeitskirche blieb davon nicht verschont. Ihr Gebäude wurde als Lager der Fabrik „Belka“ genutzt und später als Staatsarchiv. 1963 wurde hier eine Filiale des Staatsarchivs eröffnet. Erst 1994 wurde die Kirche an das Bistum Kirov übergeben, und ihre Restaurierung begann. Die Arbeiten wurden von der Firma „Anfilada-R“ nach dem Projekt des Direktors V.G. Sitnikow und der Architektin S.V. Vasilieva unter der Leitung von Vater Nikolai Butyugov, dem Protopresbyter der Kirche, durchgeführt. An der Wiederherstellung der Fresken arbeiteten M.Yu. Dovgal aus Ismail, V.I. Vostrikov aus Ryabovo, A. Pestov aus Kirov und D.N. Churakov aus Slobodskoy.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.