Der Tempel der heiligen gleichapostolischen Konstantin und Helena, gelegen im Berliner Stadtteil Tegel, ist eine orthodoxe Kirche auf dem Gelände des russischen Friedhofs Berlin-Tegel und gehört zur Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche.
Im Jahr 1892 erwarb die Heilig-Wladimir-Bruderschaft und der Pfarrer der Botschaftskirche in Berlin, Protopresbyter Alexei Malzew, zwei Grundstücke: eines zur Schaffung eines orthodoxen Friedhofs im damaligen Dorf Tegel und das andere zum Bau eines Bruderschaftshauses, das für karitative und aufklärerische Tätigkeiten bestimmt war. 1893 wurde auf diesen Grundstücken, mit der Beteiligung der Heilig-Fürst-Wladimir-Bruderschaft, die orthodoxe Kirche im Namen der gleichapostolischen Konstantin und Helena eingeweiht.
Der Bau der Kirche erfolgte nach einem aus Russland gesandten Projekt unter der Leitung des örtlichen Architekten Bom. Alexander Grigorjewitsch Elisejew, bekannt für seine Wohltätigkeit, schenkte der Kirche einen vergoldeten Ikonostase aus geschnitzter Eiche. In die Kirche kamen Ikonen aus dem Synod und vom Athos. Der Altar und der Opferstein wurden aus weißem Carrara-Marmor mit vergoldeten Kreuzen gefertigt. Ein Jahr später wurde die Kirche feierlich geweiht, was ein freudiges Ereignis für die griechische, serbische und rumänische Gemeinde darstellte, die keine eigenen Kirchen hatten und ihre Gottesdienste in der russischen Botschaftskirche abhielten. Die für Friedhofszwecke errichtete Kirche bietet Platz für etwa 30-40 Personen. Über dem Haupteingang zum Friedhof wurde ein Glockenturm mit fünf Glocken errichtet, die ebenfalls von A. G. Elisejew gespendet wurden.
Auf Anordnung von Alexander III. wurden 4 Tonnen Erde aus 20 russischen Gouvernements nach Tegel gebracht, die über den gesamten Friedhof verteilt wurde. Aus Russland wurden auch Setzlinge von Linden, Eichen und Ahorn geliefert, damit die Verstorbenen Ruhe in der heimischen Erde unter dem Schatten russischer Bäume finden konnten. Im Laufe der Zeit wurde der Friedhof zum Denkmal der russischen Emigration in Deutschland.
Nach dem Krieg blieb die Kirche ohne Türen, Rahmen und Fenster. Die Umzäunung des Grundstücks, die mehr als 300 Meter lang war, wurde stark beschädigt.
Mit dem Ende des Krieges musste das Gemeindeleben und die kirchliche Verwaltung neu organisiert werden. Der Gemeinderat der Tegeler Gemeinde wandte sich an die französischen und russischen Besatzungsbehörden mit der Bitte, das Eigentum der ehemaligen Wladimir-Bruderschaft der Russisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, die die kanonische Autorität des Moskauer Patriarchen anerkennt, zu übertragen. Die Bitte wurde erfüllt, und durch einen Beschluss des Gerichts des Bezirks Wedding vom 27. März 1946 wurde das Eigentum in das Eigentum der Russisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland mit entsprechender Eintragung in die Katasterbücher übertragen.
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