Der Tempel des seligen Prokop von Ustjuzhna wurde nach dem Entwurf des Architekten A.S. Nürenberg erbaut, und die Errichtung wurde vom Architekten A.N. Serov durchgeführt. Die Grundsteinlegung fand am 18. Dezember 1961 statt und wurde von Erzbischof Philotheus geweiht. Die endgültige Weihe des Tempels erfolgte am 5. September 1965 durch Metropolit Philaret.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen etwa 10.000 russische Flüchtlinge, hauptsächlich „Ostarbeiter“, nach Hamburg und in die Umgebung. Archimandrit Vitali (Ustinov), der zukünftige Ersterzbischof der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland, kümmerte sich um sie. In den Lagern für Vertriebene wurden Gemeinden und temporäre Kirchen gegründet, insgesamt gab es 200 in Westdeutschland. In Hamburg wurde in der Harfestähuwegg 27 eine Barackenkirche im Namen des seligen Prokop von Ustjuzhna, der aus dem nahegelegenen Lübeck stammte, geweiht.
Im Jahr 1953 wurde diese temporäre Kirche zur Kathedrale des Vikarbischofs von Hamburg und Norddeutschland Philotheus (Narko), der sie 30 Jahre lang leitete. Er initiierte den Bau einer Steinkirche für 350 Personen in Hamburg, deren Grundstein am 18. Dezember 1961 nach dem Entwurf von A.S. Nürenberg gelegt wurde. Das Gebäude im pskowo-novgorodischen Stil mit einem zweigeschossigen Anbau für den Priester wurde vom Architekten L.N. Serov auf einem vom Stadt bereitgestellten Grundstück errichtet. Finanzielle Unterstützung kam von protestantischen und katholischen Kirchen, und der Bau kostete 410.000 Mark.
Die Kirche wurde am 3. September 1965 von Metropolit Philaret geweiht, mit der Teilnahme der Erzbischöfe von Berlin und Deutschland Alexander, Hamburg Philotheus, Genf und Westeuropa Anton und Bischof Nafanail.
Das Gebäude des Tempels hat ein grünes Dach mit einer blauen Kuppel, die mit goldenen Sternen geschmückt ist. Über dem Eingang erhebt sich eine kleine Zwiebelkuppel, die auch den Glockenturm an der Südseite schmückt. Die schneeweißen Wände sind mit schmalen Schießschartenfenstern durchbrochen. Die Innenwände sind im alt-russischen Stil vom Künstler N.B. Meijendorf bemalt, der auch die Bilder für den Ikonostase geschaffen hat. Seine Tochter Elena Nikolajewna half ihm dabei. Das Innere wird von einem zweigeschossigen, geschmiedeten Kronleuchter geschmückt, der von einem Armenier geschenkt wurde.
Die Hamburger Kathedrale wurde zur ersten russischen Kirche und Erzbischofskathedrale im Norden Deutschlands. Dieses herausragende Werk der Kirchenarchitektur der Russischen Emigration in der Nachkriegszeit in Europa zeichnet sich durch harmonische Proportionen und eine malerische Komposition von außen sowie durch prächtige Ausstattung im Inneren aus. Bis 2005 war der Priester Amvrosij Bakhaus aus den orthodoxen Deutschen der Pfarrer der Kirche. Für sie finden die Gottesdienste einmal im Monat in der Nikolaus-Hauskirche statt.
Seit 1945 gibt es in Lübeck, im Anbau der protestantischen Kirche St. Katharina, eine orthodoxe Kirche mit demselben Namen wie in Hamburg. In beiden Kirchen dient Vater Joseph Vovnyuk.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.