Im Stadtteil Beyoğlu in Istanbul konzentriert sich wahrscheinlich die größte Anzahl aktiver Kirchen der Stadt, insbesondere in den Stadtteilen Taksim und Karaköy, wo man Tempel nahezu aller Konfessionen finden kann. In Karaköy befindet sich auch die russisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Panteleimon.
Die Geschichte dieser Kirche beginnt im Jahr 1873, als für Pilger, die nach Athos unterwegs waren, in Karaköy drei Außenstellen der Athos-Klöster gebaut wurden: des Panteleimon-Klosters, des Andreas-Klosters und des Ilin-Klosters. Diese Kirchen waren in gewöhnlichen Häusern mit kleinen Kuppeln und orthodoxen Kreuzen untergebracht, da die Außenstellen nicht nur Kirchen, sondern auch Herbergen für Pilger umfassten. In den 1920er Jahren wurde die Kirche des Heiligen Panteleimon und andere Außenstellen zum Zufluchtsort für russische Emigranten. Im Laufe der Zeit schrumpfte die russische Gemeinde in Istanbul, und die Kirchen verfielen, einige wurden sogar geschlossen. Die Kirche des Heiligen Panteleimon wurde 1995 wieder für die Gläubigen geöffnet, während die Kirche des Ilin-Klosters derzeit nicht in Betrieb ist und verwahrlost.
Die russisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Panteleimon ist ein ungewöhnlicher Ort, der sich im obersten Stockwerk eines sechsstöckigen Gebäudes befindet. Wenn man die Wendeltreppe hinaufsteigt und den Schildern in russischer Sprache folgt, gelangt man auf eine Terrasse, in deren Mitte sich der Kirchenraum befindet. Die Inneneinrichtung der Kirche ist reich verziert und mit einem Ikonostase geschmückt. Besonders hervorzuheben sind zwei wundertätige Ikonen: die des Heiligen Panteleimon, die 1898 auf Athos gemalt wurde, und die Ikone der Wladimirer Gottesmutter, die von der russischen Nonne Mitrophania geschenkt wurde.
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