Zwischen 1775 und 1800 wurde in Sanino ein neuer Tempel erbaut, hauptsächlich mit Mitteln der Gemeindemitglieder. Wahrscheinlich gehörten auch Meister und Arbeiter aus ihren Reihen dazu. Für die Dorfbewohner war die Arbeit mit Stein und Holz alltäglich. Um bei den Meistern zu sparen, was in den Dörfern von Suzdals üblich war, wurde ein erheblicher Teil der Mittel für den Kauf von teurem Ziegel, Dachblech und anderen Materialien verwendet. Infolgedessen konnten die Gemeindemitglieder nicht einen bescheidenen, sondern einen recht imposanten Tempel mit einem Hauptquadrat, einem geräumigen Vorplatz und einem hellen Altar errichten. An der Nordseite schließt sich an die Kirche eine kleine Kapelle zu Ehren der Erscheinung des Herrn an.
An der Westseite des Gebäudes befindet sich entlang der Längsachse ein hoher Glockenturm, der ein Achtkant auf dem unteren Quadrat mit einem verlängerten Kegel an der Spitze darstellt. Er dient auch als Eingang und wird als repräsentatives Treppenhaus mit Treppen von drei Seiten wahrgenommen. Das Kreuz des Glockenturms erhebt sich auf gleicher Höhe mit dem Hauptkreuz der Kirche. Die Kirche fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und beeindruckt bereits aus der Ferne mit ihrer Schönheit und Proportionalität zur umgebenden Natur. Dieser Eindruck bleibt auch aus der Nähe bestehen. Der Tempel, der sich über die Ebene erhebt, erinnert an ein Schiff, das über die himmlischen und irdischen Meere segelt. Er ist auch im Winter schön, wenn die weiße Farbe des Tempels mit dem weißen Schnee verschmilzt.
Der Hauptraum der Heilig-Nikolaus-Kirche ist ein klassischer zweigeschossiger Würfel mit Fenstern, die von alt-russischen Rahmungen mit Kokoschniks umgeben sind. Diese stehen im Kontrast zu den dreieckigen Giebeln aus dem späten 18. Jahrhundert, die die Wände von vier Seiten umschließen. Der Würfel wird von einem voluminösen achtkantigen Zeltdach mit einem kleinen Türmchen, das mit einer Zwiebelhaube und einem Kreuz gekrönt ist, abgeschlossen.
Rund um die Wände der Nikolauskirche befinden sich mehrere bemerkenswerte Gräber. Besonders ins Auge fällt eines von ihnen, über dem ein prächtiges schmiedeeisernes Kreuz emporragt. Hier ruhen der Priester Antonij und seine Frau Jewdokija Alexandrowna, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Patriarchen dieser Orte waren. Der Priester, der mit fast allen kirchlichen Auszeichnungen geehrt wurde, diente 52 Jahre in Sanino und verstarb am 5. November 1892.
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