Der Tempel wurde 1842 im Dorf Bolschije Sestrjonki, auch bekannt als Dve Sestrenki, im Bezirk Balaschow der Provinz Saratow erbaut. Es ist eine der ältesten russischen Siedlungen am linken Ufer des Chopr, obwohl das genaue Gründungsdatum unbekannt ist. Der Legende nach kamen zu Beginn des 18. Jahrhunderts drei Brüder, die als Riesen bekannt wurden, hierher. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits kleine Hütten und halbunterirdische Behausungen von Bauern, die aus den Provinzen Orjol und Kursk geflohen waren. Bald erhielten mehrere Adelige hier Landbesitz und versklavten die Flüchtlinge, während die Nachkommen der Brüder Velikanov staatliche Bauern wurden. Zu den Landbesitzern gehörten der Gutsbesitzer Wolder sowie die großen Grundbesitzer Woskobojnikow und Uschakow. Im 19. Jahrhundert trennten sich von dieser großen Siedlung Höhlen, die die Dörfer Malye Sestrjonki, Lopatino, Nemzowo und Solontzowka bildeten.
Die Kirche im Dorf Bolschije Sestrjonki, heute Roter Stern, war aus Stein, mit einem Glockenturm, und wurde 1842 mit Hilfe der Gemeindemitglieder erbaut. Der Tempel hatte zwei Altäre: der Hauptaltar im kalten Teil war zu Ehren der Lebensspendenden Dreifaltigkeit geweiht, und der warme Altar zu Ehren des heiligen Erzengels Michael. Im Personal waren ein Priester, ein Diakon und ein Psalmodist, die in den Kirchenhäusern lebten. Im Dorf gab es eine Kirchen- und eine Landesschule.
Am 25. August 1929 wurden die Behörden des OGPU verhaftet den Pfarrer der Kirche im Dorf Roter Stern, Priester Wassili Adojewski, wegen "antisozialistischer Agitation". Am 3. Januar 1930 wurde er zu einer dreijährigen Verbannung ins Nordland verurteilt. Nach seiner Verhaftung, ab Februar 1930, hörte die Kirche faktisch auf zu funktionieren. 1933 wurde sie endgültig geschlossen und das Gebäude wurde als Reparatur- und Traktorenwerkstatt der Krasnozvezdinskaja MTS genutzt. Infolge der Nutzung in den sowjetischen Jahren wurde das Kirchengebäude stark beschädigt und war bis Ende des 20. Jahrhunderts halbzerstört.
Ein Teil des Kirchengebäudes ist erhalten geblieben. Auf ihrem Fundament baute der Bauer S. P. Saninski eine neue Kirche, deren Altar zu Ehren des heiligen Erzengels Michael geweiht wurde. Bei dem Bau wurden erhaltene Fragmente der alten Kirche verwendet.
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