Die Michail-Archangel-Haralampiev-Kirche, eine der ältesten orthodoxen Kirchen in Irkutsk, die im Volk oft als "seemännisch" bezeichnet wurde. Hier heiratete am 5. März 1904 Alexander Wasiljewitsch Koltschak.
Ursprünglich war die Kirche aus Holz und wurde 1738 mit Mitteln des Seefahrers und Händlers Jemeljan Jugow erbaut. Der untere Altar, geweiht dem heiligen Märtyrer Haralampos, wurde am 24. Januar 1739 geweiht, und der obere Altar, errichtet von Kosaken, wurde am 18. Juni 1746 zu Ehren des Erzengels Michael geweiht. Im selben Jahr begann die Sammlung von Mitteln für den Bau eines steinernen Gebäudes.
Im Jahr 1777 wurde dank des Kapitals von Jugow und Spenden des Kaufmanns Wassili Balakschin mit dem Bau der steinernen Kirche begonnen. Bis 1806 war der Tempel zweigeschossig und hatte fünf Altäre. Der untere Altar wurde am 6. September 1782 geweiht, der nördliche Altar am 23. August 1784. Im zweiten Stock wurden drei Sommeraltäre geweiht: zu Ehren der heiligen Frauen Myrrhen, der Himmelfahrt der Gottesmutter und des heiligen Innocentius von Irkutsk. Im Jahr 1878 wurde der Altar des heiligen Innocentius mit dem Altar der Frauen Myrrhen vereint.
Die Kirche hatte reichhaltige Utensilien und eine Sakristei, die Ikonen waren mit silbernen Gewändern geschmückt. Der Tempel wurde durch die Gemeinde und Spender unterstützt, zu denen bekannte Kaufmannsdynastien gehörten. Hier wurden Seeleute gesegnet, die zu Expeditionen aufbrachen. Im Jahr 1904 heiratete hier Alexander Koltschak, der fünf Jahre mit der Erforschung der Arktis verbrachte.
Die Kirche überstand viele Katastrophen, darunter Erdbeben und den Brand von 1879, aber jedes Mal wurde sie durch die Bemühungen der Gemeindemitglieder wiederhergestellt. Rund um die Kirche wurde eine Umfriedung nach dem Entwurf des Architekten W.A. Rassuschin errichtet.
An der Kirche existierten verschiedene soziale Einrichtungen, darunter ein Waisenhaus und eine Schule. 1894 wurde ein Heim für Blinde eröffnet, in dem nach dem Brailleschrift-System unterrichtet wurde.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Pfarrer Protopresbyter Wassili Florensow, ein bekannter gesellschaftlicher Aktivist. Im Jahr 1931 wurde die Kirche geschlossen und das Eigentum teilweise verloren. Das Gebäude wurde als Wohnheim und Bibliothek genutzt.
Im Jahr 1995 wurde die Kirche zum Kulturdenkmal erklärt, und 1998 wurde sie an das Bistum Irkutsk zurückgegeben. Die Restaurierung begann 2006, und 2009 wurden die Gottesdienste wieder aufgenommen. Die Kirche ist mit vielen historischen Persönlichkeiten und Ereignissen verbunden, darunter Besuche von Generalgouverneuren und die Weihe des Stadttheaters.
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