Ursprünglich war die Kirche des Erzengels Michael in Ersowka, die aus Zarizyn gebracht wurde, aus Holz, aber bis 1890 war sie völlig verfallen. Es wurde beschlossen, eine neue Steinkirche zu bauen, und die Mittel für ihren Bau wurden von der Pichuschinsker Kaufmannsgesellschaft bereitgestellt. Der Bau dauerte sechs Jahre, und 1896 wurde die Kirche von Erzbischof Nikolai von Zarizyn eröffnet und geweiht. Die Architekten schufen ein majestätisches Backsteingebäude mit fünf himmelblauen Kuppeln. Später wurde in der Kirche eine Kirchenschule eröffnet und Gottesdienste wurden abgehalten.
Mit dem Kommen der sowjetischen Macht wurde die Kirche, wie viele andere, geschlossen, die Schule stellte ihren Betrieb ein, und der Priester Nikolai Violetov wurde repressiert. Gottesdienste fanden selten statt und wurden 1937 eingestellt. Die Kirche begann zu verfallen: Die Kreuze wurden abgenommen, die Ziegel wurden von den Einheimischen für den Bau von Bädern abgetragen, und die Ikonen wurden als Brennholz verwendet. Das äußere Erscheinungsbild der Kirche wurde marode, im Inneren wurde ein Lager für Getreide eingerichtet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Glockenturm durch einen direkten Treffer zerstört.
Nach dem Krieg wurde in der Kirche Salzsäure gelagert, und die südliche Wand wurde für den Durchgang von Lastwagen abgerissen. Mitte der 70er Jahre war geplant, die Kirche zu sprengen, aber die Einheimischen verhinderten dies. Bis 1986 stand die Kirche leer, dann wollte man sie in ein Museum für Melioration umwandeln, aber das Projekt wurde nicht umgesetzt. 1990 entstand in Ersowka eine orthodoxe Gemeinde, die beschloss, die Kirche zu kaufen und wiederherzustellen. Die lokalen Behörden wehrten sich zunächst gegen die Übergabe der Kirche und wollten nicht an ihrer Wiederherstellung teilnehmen, sie weigerten sich sogar, Baumaterialien zu verkaufen. Doch die Gemeinde fand einen Weg, die Kirche wiederherzustellen: Ab 1991 begannen der Priester und die Bewohner des Dorfes aktiv, sie in Ordnung zu bringen. Berge von Müll wurden beseitigt, eine Granate wurde aus der Wand entfernt, und die durch die Säure beschädigte Wandmalerei wurde restauriert.
Allmählich verwandelte sich die Kirche, und bis 1996 war sie fast vollständig restauriert und hatte ihr historisches Erscheinungsbild bewahrt. Derzeit werden in der Kirche weiterhin Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten durchgeführt.
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