Im Jahr 1836 wurde im Dorf Russkaja Bokla mit Mitteln der Gemeindemitglieder eine steinerne Kirche mit Glockenturm errichtet. Beide Gebäude waren von einer steinernen Umfriedung mit Säulen und Gitter umgeben. In der Kirche gab es zwei Altäre: den Hauptaltar zu Ehren der Kazan-Gottesmutter und einen Seitenaltar zu Ehren der Lebensspendenden Dreifaltigkeit. Das Personal der Kirche bestand aus einem Priester und einem Psalmodisten. Zu ihr gehörte eine Dezitne Grundstück mit einem Friedhof und 19,5 Dezitnen Ackerland. Die Gemeinde der Kirche umfasste auch das Dorf Nikolajewka. Am 1. Januar 1931 war die Kirche als aktiv verzeichnet.
Die alten Bewohner von Russkaja Bokla erwähnen in ihren Erinnerungen unbedingt die orthodoxe Kirche zu Ehren der Kazan-Ikone der Gottesmutter, die im Jahr 1830 von dem örtlichen Kaufmann der ersten Gilde, Iwan Sokolow, erbaut wurde. Dies war möglicherweise die einzige steinerne Kirche in der Umgebung aus behauenem Stein, wie der lokale Heimatforscher und Geschichtslehrer W. F. Popow erzählt. Der Stein wurde in der Nähe, hinter dem Berg, abgebaut.
Wladimir Fedorowitsch bedauert, dass der Kaufmann Sokolow, der so viel für Russkaja Bokla und die umliegenden Dörfer getan hat, zu Unrecht vergessen ist. Sein Grab hinter dem Friedhof ist unscheinbar und verwildert.
Nicht weniger traurig ist das Schicksal der orthodoxen Kirche mit Glockenturm, eiserner Umfriedung, zuverlässigen Türen und Fensterläden, mit erstaunlichen Fresken, die auch Jahre nach der Schließung ihre Farbigkeit bewahrten. Im Laufe der Zeit wurde der ehemalige Tempel mal in einen Klub, mal in ein Getreidespeicher, mal in Werkstätten umgewandelt. In den achtziger Jahren wurde das baufällige Gebäude mit einem durchhängenden und stellenweise eingestürzten Dach abgerissen und „steinchenweise“ zerlegt. Die stabilen Wände mussten mit einem speziellen Gerät abgerissen werden; mit dem Bruchstein wurde der Weg und der Platz vor der Kolchoseverwaltung gepflastert.
Im Herbst 2015 wurde in Russkaja Bokla auf Initiative der Familien Laza-rew und Timofejew mit Spenden der Dorfbewohner das Fundament einer neuen orthodoxen Kirche zu Ehren der Kazan-Ikone der Gottesmutter gelegt. Nach etwas mehr als einem Jahr wurden die Wände, das Dach errichtet und die Kuppel geweiht.
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