Die Geschichte der Kirchen in der Region Uljanowsk spiegelt die Geschichte des ganzen Landes wider. Die Zarenzeit, stürmische revolutionäre Jahre, die sowjetische Zeit des Atheismus und schließlich die Rückkehr zum Glauben. Früher hielt es jedes Dorf für wichtig, eine Kirche zu bauen. Heute gibt es nicht überall sogar eine kleine Kirche, aber ihre Zahl wächst: Alte werden restauriert, neue gebaut. Jede Kirche hat ihre eigene Geschichte und Seele, aber sie vereint ein gemeinsames Schicksal.
Die ältesten Kirchen sind nicht älter als zwei bis drei Jahrhunderte. Ursprünglich wurden sie aus Holz errichtet, brannten aber oft nieder. Dann wurden sie aus Ziegeln mit Mitteln von Kaufleuten, Adligen und Gemeindemitgliedern gebaut, was als gute Tat angesehen wurde. Die Mörtel wurden mit Hühnereiern hergestellt, was die Festigkeit des Mauerwerks gewährleistete. In den sowjetischen Jahren versuchte man, die Kirchen mit Traktoren zu zerstören, aber erfolglos. Damals wurden Kreuze abgerissen, Glocken umgeworfen, in Fresken und Ikonen geschossen.
Die Kirche zu Ehren der Kazan-Ikone der Gottesmutter in Nowaja Maina im Bezirk Melekess hatte mehr Glück: dort waren ein Krankenhaus und eine Schule untergebracht.
Es gab Menschen, die Stein für Stein die Kirchen wieder aufbauten. Im Jahr 1899 brannten die Gemeindemitglieder beim Bau der Christgeburt-Kirche im Dorf Lebjaschje selbst die Ziegel und transportierten sie. Vor zehn Jahren verkauften die Gemeindemitglieder überschüssiges Gemüse aus ihren Gärten, um Ikonen für die restaurierte Kirche in Nowaja Maina zu erwerben.
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