4 km östlich von Suzdal liegt das Dorf Kideksha, wo sich die mittelalterliche Residenz des Fürsten Jurij Dolgorukij befand. Hier ist die Kirche erhalten geblieben, die den ersten russischen Heiligen Boris und Gleb gewidmet ist. Sie wurde 1152 erbaut und ist das älteste steinerne Bauwerk im Gebiet des russischen Nordens und Ostens, das den Beginn der prächtigen weißsteinernen Architektur von Wladimir-Suzdal markiert.
Die Kirche beeindruckt durch ihr strenges Erscheinungsbild und Monumentalität, sie erinnert an das russische Mittelalter, die Fürstenkriege und die heldenhafte Kraft. Es ist ein Denkmal aus harten und dramatischen Zeiten.
Lange Zeit war die Kirche in Kideksha verfallen, doch in der heutigen Zeit hat das Museum-Reservat umfangreiche Arbeiten zu ihrer Wiederherstellung begonnen. Während der Restaurierung wurden sensationelle Entdeckungen gemacht. Archäologen fanden den unteren Teil des alten Altars, möglicherweise den ersten weißsteinernen Altar der Nordost-Russlands. Im Zentrum des unterkuppelten Raumes entdeckten sie einen großen runden Stein, den Omphalos, der in alten russischen Quellen als „Ort in der Kirche“ bezeichnet wird. Dort stand der Bischof während des Gottesdienstes. Der Omphalos ist eine Fortsetzung des frühbyzantinischen Ambo und der Vorläufer des modernen Ambo. Dieser Fund ist einzigartig, bekannt ist nur ein früheres mosaikartiges Exemplar aus dem 10. Jahrhundert in der Dreifaltigkeitskirche in Kiew. In der restaurierten Kirche wurde die Ausstellung „Kirche von Boris und Gleb, ein einzigartiges Denkmal der altrussischen Architektur“ eröffnet.
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