Das Dorf Maikor, gelegen am Ufer der Inwen-Bucht, zeichnet sich durch seine Stille und Ruhe aus. Beim Spaziergang durch die Straßen ist es unmöglich, den alten Glockenturm der Kirche zu übersehen, der leider in einem bedauerlichen Zustand ist.
Die Einheimischen nennen diesen Glockenturm "Kamenka", was seine Festigkeit und Widerstandsfähigkeit symbolisiert. Der Kuppel ist jedoch nicht erhalten geblieben, da sie zusammen mit den Glocken auf Befehl der "Roten" abgerissen wurde. Die Kirche wurde im russisch-byzantinischen Stil erbaut, was zu Beginn des 20. Jahrhunderts ungewöhnlich war. Auf alten Fotos aus der Zeit des Bürgerkriegs ist zu sehen, wie einzigartig der Zeltdachstil dieser Kirche ist. Die steinernen "Kokoshniki", das Ziegelmuster und die Türme mit Kreuzen verliehen ihr eine besondere Schönheit. Auf einem der Fotos ist die Grundsteinlegung der Kirche im Jahr 1911 festgehalten, an der Menschen verschiedener Stände, von Bauern bis zu Kaufleuten und Geistlichen, teilnahmen. Das Projekt der Kirche wurde in Leipzig entworfen, und ein ähnliches gibt es in Europa nicht mehr.
Leider wurde die Kirche aufgrund der Revolution von 1917 nie fertiggestellt. Die veränderte Haltung des Staates zur Kirche führte dazu, dass die neue Kirche nicht nur nicht vollendet wurde, sondern auch zerstört: Die Glocken wurden abgenommen, die Kuppel zerstört, und man versuchte, die Ziegelmauer abzureißen, was jedoch nicht gelang, da dem Mörtel Eigelb hinzugefügt wurde, was die Mauer stabiler machte.
In Maikor gibt es Legenden über mehrere geheime Gänge unter der Kirche, deren genaue Anzahl unbekannt ist. Diese geheimen Korridore dienten nicht nur dem Gottesdienst, sondern auch als Schutzanlagen. Einer der Gänge führte zum Pfarrhaus, wurde jedoch zugeschüttet, und das Haus wurde abgerissen. Ein weiterer führte in fünfzig Metern Entfernung von den Kirchenmauern an die Oberfläche, wurde jedoch wegen der Gefahr für die Schüler der Schule zugeschüttet. Auf dem Gelände der Kirche gibt es einen Friedhof, auf dem bekannte Einwohner, Kaufleute und Geistliche beigesetzt wurden. Im Jahr 1937 wurde im Gebäude der Kirche eine Schule eröffnet, und die Kinder rannten durch die Gänge im Glockenturm. Nach mehreren Unfällen wurden diese Gänge entfernt.
Im Jahr 2012 feierte die Kirche der Erscheinung ihr 205-jähriges Bestehen. Die Gottesdienste finden immer noch in dem hölzernen Gebäude statt, das vor 100 Jahren als baufällig anerkannt wurde. Aus diesem Grund begann der Bau einer neuen Ziegelkirche, die selbst im halbzerstörten Zustand ein schönes architektonisches Denkmal bleibt. Auf alten Fotos im örtlichen Museum ist zu sehen, wie majestätisch die Kirche mit einem vollständigen Turm und Klappläden an den Fenstern war. Heute sind die Wände der Kirche mit Moos bedeckt, über dem Vorbau wachsen Birken, und innen ist alles beschmiert. Der Boden ist mit Flaschenstücken und Müll übersät, und der Hof hat sich in eine Müllhalde verwandelt. Dennoch möchte man hoffen, dass die Erscheinungskirche eines Tages restauriert wird und die Bewohner mit ihrer Schönheit und inneren Ausstattung erfreut, indem sie Segen und Glauben in die Seelen der Gläubigen bringt.
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