Kokkoyla, ein kleines Dorf, liegt 17 km südwestlich von Prjaža, an der Straße, die Manghu und Kaskesnavolok verbindet. Es teilt sich in zwei Teile: Klein Kokkoyla liegt näher an Manghu, während Groß Kokkoyla weiter die Straße durch den Wald entlang führt. In Groß Kokkoyla stehen entlang der Straße alte karjalaische Hütten und neue Häuser. Gegenüber, zwischen hohen Fichten, steht die gemütliche Kapelle der heiligen Barbara aus dem 19. Jahrhundert, deren genaue Bauzeit unbekannt ist.
Die Kapelle ist im Kletstil erbaut, mit einem kleinen Glockenturm über dem Hauptvolumen, und erinnert an eine Scheune mit einem geschnitzten Vorbau an der Westwand. Auf dem Dach erhebt sich ein spitz zulaufender Glockenturm auf sechs Säulen, und darüber eine Kuppel in Form eines Tannenzapfens.
Die Karelier haben Elemente der russischen Architektur übernommen, sie jedoch an ihre Traditionen und Vorlieben angepasst. V.P. Orfinski bemerkt, dass die karelische Architekturornamentik besonders im 18. und 19. Jahrhundert im Süden Kareliens, insbesondere im Prjažski-Gebiet, ausgeprägt war. Die Barbara-Kapelle in Kokkoyla ist ein Beispiel dafür. Ihre länglichen Kuppeln, die an Tannenzapfen erinnern, unterscheiden sich von den traditionellen russischen Zwiebelkuppeln, und die Schindeln sind in Form stilisierter Tannenbäume gestaltet, was die Einzigartigkeit der karelischen Architektur unterstreicht.
Die Kapelle ist von jedem Punkt in Groß Kokkoyla sichtbar: vom Eingang aus Richtung Kaskesnavolok, aus den Fenstern der alten Hütten und aus dem Wald, der das Dorf umgibt. Im Inneren der Kapelle befindet sich ein Ikone der heiligen Barbara, datiert auf die erste Viertel des 18. Jahrhunderts. Die Ikone ist in einem einzigartigen Stil ausgeführt, der Elemente der Petersburger Ikonenschule kombiniert. Barbara wird als weltliche Schönheit mit üppigem Haar und einer Krone dargestellt, gekleidet in einen malvenrot gefärbten Mantel über einem blau-grauen Chiton. Ihr Erscheinungsbild, mit wohlgeformten Gesichtszügen und königlicher Haltung, strahlt Noblesse aus.
Im Jahr 2005 wurde die Kapelle restauriert: die Dächer, die Abschlussarbeiten und der Vorbau wurden erneuert. Jetzt ist sie für Besucher geöffnet, und der Zugang zum Glockenturm ist frei.
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