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Kapelle des Heiligen Nikolaus in Jalgandselge

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An der Stelle des ehemaligen Dorfes erstreckt sich jetzt eine große Wiese mit sanfter Neigung nach Süden. Hier sind die Ruinen mehrerer Häuser und die Reste einer Straße zu sehen, die sich von Westen nach Osten erstreckte und früher die Bebauung des Dorfes organisierte. Am westlichen Rand, umgeben von Bäumen, steht die Nikolauskapelle. Sie ist von einer alten Steinmauer umgeben, und auf der östlichen und südlichen Seite befinden sich mehrere alte Gräber.

Die Nikolauskapelle umfasst den Hauptgebetsraum, eine Vorhalle und einen Block, über dem der Glockenturm emporragt. Alle Teile der Kapelle sind zu einem einheitlichen, länglichen rechteckigen Volumen verbunden, das mit einem gemeinsamen Dach bedeckt ist. Der Eingang befindet sich auf der Nordseite und führt in die Vorhalle. Unter den erhaltenen Details stechen der Giebel auf der Westseite, die geschnitzten Traufleisten, die Säulen des Glockenturms und die Unterzüge hervor. Die Kapelle befindet sich in einem maroden Zustand: Der Hauptblock ist stark verfault aufgrund von Dachleckagen, das Dach und die Decke sind eingestürzt. Der Glockenturm hat sich besser erhalten, obwohl er leicht geneigt ist, aber seine Konstruktionen bleiben stabil.

Während der Untersuchung wurden architektonische Messungen der Kapelle durchgeführt und teilweise der Schutt im Gebetsraum abgetragen. Die Architektur der Nikolauskapelle scheint auf den ersten Blick typisch für Karelien zu sein, aber bei genauerer Betrachtung offenbaren sich eine komplexe Baugeschichte und einzigartige Merkmale. Der Eingang zur Kapelle befindet sich auf der Nordseite durch die Vorhalle, von wo aus zwei Öffnungen in den Gebetsraum und in den Glockenturm führen. Diese Anordnung erinnert an ein Wohnhaus mit einem Wirtschaftsbereich. Die Ausrichtung des Eingangs nach Norden erklärt sich dadurch, dass von dieser Seite die Hauptstraße des Dorfes verlief.

Der Architekt E.V. Vachrameev untersuchte die Kapelle im Jahr 1988, als sie noch nicht so zerstört war. Er fertigte eine schematische Messung des Plans und eine kurze Beschreibung an und stellte fest, dass zwischen der Vorhalle und dem Hauptraum früher eine Wand war und deren Decken unterschiedlich hoch waren. Bei der Renovierung und dem Anbau des Glockenturms wurde der Block über der Vorhalle mit dem Hauptraum auf eine Höhe gebracht.

Obwohl die Konstruktionen der Decke fast zerstört sind, sind an dem verbleibenden Block Spuren von Umbauten zu sehen, die die Baugeschichte offenbaren. Die Rekonstruktion des ursprünglichen Erscheinungsbildes zeigt ein ungewöhnliches Gebäude mit niedrigen, dunklen Vorhallen und einem Gebetsraum mit einem südlichen Fenster. In der grafischen Rekonstruktion wurden Details hinzugefügt, die den archaischen Proportionen des Blocks entsprechen, was eine Datierung der Kapelle auf das 17. Jahrhundert ermöglicht. Dies kann durch dendrochronologische Analysen bestätigt werden.

Die zweite Bauphase vereinte den Gebetsraum und die Vorhalle, fügte neue Vorhallen und den Glockenturm hinzu. In den Versicherungsschätzungen von 1910 wird angegeben, dass die Kapelle im Jahr 1820 erbaut wurde, aber dieses Datum bezieht sich wahrscheinlich auf die Rekonstruktion. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts fanden Erneuerungen statt, aber die architektonischen Änderungen waren geringfügig.

Die Wandverkleidung des 19. Jahrhunderts wurde normalerweise gestrichen, und in der Nikolauskapelle hat sich die Farbgebung gut erhalten, was eine Rekonstruktion der Farbgestaltung ermöglicht. Die Architektur und Geschichte der Kapelle erfordern weitere Untersuchungen.

Im Sommer 2018 fand in Jalgandselge eine Expedition unter der Leitung von Pawel Smirnow statt. Ein Konservierungsdach wurde installiert und das Dach des Glockenturms wurde gedeckt. Diese Maßnahmen werden weitere Zerstörungen verhindern und in Zukunft umfassendere Arbeiten zur Erhaltung der Kapelle ermöglichen.

Geo-Punkt

Часовня Николая Чудотворца в Ялгандсельге

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