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Ehemaliges Haus des Kaufmanns V.M. Seleznev, heute Standesamt

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Das Gebäude wurde ursprünglich in der Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Tambower Kaufmann Wladimir Michailowitsch Seleznev als Wohnhaus errichtet. Die Familie Seleznev war aktiv im Lebensmittelhandel in Tambow und besaß Geschäfte am Basarplatz.

Laut Archivdaten gehörte das Haus Ende des 19. Jahrhunderts (in den 1890er Jahren) der Familie Vologin. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es auf Bestellung des neuen Eigentümers Peter Ilyich Michailov umgebaut.

Im Jahr 1918 wurde das Anwesen nationalisiert und beherbergte eine spezielle Abteilung des WZIK unter der Leitung von V.N. Podbelsky. Während des Bauernaufstands in Tambow koordinierte man hier den Kampf gegen die Aufständischen, führte Verhöre von Festgenommenen durch und vollstreckte Urteile.

Nach der Schließung der speziellen Abteilung wurde im Gebäude ein betriebliches Waisenhaus der Fabrik „Revtud“ untergebracht, gefolgt von einem Kindergarten, der bis Ende der 1970er Jahre funktionierte. Ende der 1970er Jahre rekonstruierte die Tambower Architektin Galina Lunykina das Herrenhaus für das Standesamt.

Das Gebäude ist anderthalbgeschossig, aus Ziegeln gebaut, zieht sich in die Tiefe des Grundstücks und hat einen komplexen Grundriss, der aus mehreren Volumen besteht. Von der Straße aus ist das Hauptrechteckvolumen mit einem halbrunden Erker im Westen sichtbar. An dieses schließt sich ein langgestrecktes Volumen an, das aus umgebauten Diensträumen des 19. Jahrhunderts besteht. Diese beiden Teile des Gebäudes gehören zu den ursprünglichen Volumen des Denkmals. Das nördliche Volumen wurde in den 1980er Jahren während der letzten Rekonstruktion hinzugefügt.

Die Dekoration ist im Jugendstil mit Elementen des Barock ausgeführt. Der Mittelpunkt des dreiachsigen Hauptteils der Hauptfassade wird durch einen zweisäuligen Portikus mit einem gebrochenen Bogenfries hervorgehoben. Zwischen den Säulen befindet sich ein breites Fenster und ein Balkon mit einem eleganten gusseisernen Gitter. Der westliche Teil der Fassade, wo sich der Haupteingang befindet, ist etwas abgesenkt. Über der Fassade erhebt sich ein gerader, gestufter Attika mit gebrochenem Zentrum. Die östliche Fassade, die zum Platz zeigt, ist in mehrere unterschiedlich hohe Teile unterteilt. Das Sockelgeschoss ist durch ein Gesims abgetrennt, zwischen den Fenstern befinden sich kleine Regale. Große Fenster sind mit originalen figürlichen Fenster- und Unterfensterverkleidungen geschmückt. Die westliche Fassade hat eine ausdrucksvollere Plastizität dank des zurückspringenden Teils des Flügels. Das Hauptvolumen in der Mitte wird durch einen halbrunden Vorsprung mit hohem Attika akzentuiert. Der rechte südliche Teil der Fassade ist dreiachsig, erhöht und endet mit einem Gitter. Der linke Teil, einachsig, endet mit einem geraden Attika mit Erhöhung. An den zurückspringenden Teil der Fassade ist eine komplexe Konfiguration angebaut.

Geo-Punkt

Бывший дом купца В.М.Селезнёва, ныне ЗАГС

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