Vor genau hundert Jahren, am 16. Mai 1920, wurde Maria Botschkarjowa in Krasnojarsk erschossen, die Gründerin der ersten weiblichen Militärformationen in Russland. Sie war eine Heldin des Ersten Weltkriegs und vertrat die Weiße Bewegung in Verhandlungen mit dem Präsidenten der USA sowie mit dem Kriegsminister und dem König von Großbritannien.
Das Leben von Maria Botschkarjowa ist voller unglaublicher Ereignisse, die den Geist des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. In ihrer Jugend erlebte sie viele Schwierigkeiten: Mit 13-14 Jahren enttäuschte sie sich in ihren ersten Beziehungen und heiratete dann in eine unglückliche Ehe, in der ihr alkoholkranker Ehemann sie grausam behandelte. Schließlich floh sie von ihm. An die Front kam Maria, nachdem sie eine persönliche Genehmigung von Nikolaus II. für den Dienst in der aktiven Armee erhalten hatte. Bald begannen ihre Kameraden, die sie zunächst mit Spott betrachteten, sie respektvoll Jashka zu nennen. Maria kämpfte gleichberechtigt mit Männern und übertraf sie oft an Tapferkeit. In einer der Schlachten trug sie freiwillig über 50 verwundete Soldaten aus dem Feuer.
Maria wurde in Kämpfen zweimal verwundet und erhielt den Rang eines Unteroffiziers. Im März 1916 führte das 28. Infanterie-Regiment Polozk zwei Wochen lang erbitterte Kämpfe bei dem Dorf Zaronoch. In dieser Zeit rettete Botschkarjowa nicht nur Verwundete, darunter den schwer verwundeten Fähnrich Grischanow, sondern führte auch persönlich die verbleibenden Soldaten in den Kampf.
Für ihre Heldentaten wurde sie mit dem Georgskreuz 4. Klasse ausgezeichnet und erhielt später noch drei Medaillen sowie das zweite Georgskreuz. Die Presse lobte die tapfere Frau, die damals erst 26 Jahre alt war.
Nach der Februarrevolution stellte Rodzianko Botschkarjowa der Provisorischen Regierung vor, wo sie mit ihren patriotischen Reden, ihrer Fähigkeit, Gedanken klar auszudrücken, und ihrem Charisma Eindruck hinterließ, was sogar Churchill bemerkte.
Maria erklärte sich bereit, ein weibliches Sturm-Bataillon des Todes zu gründen und zu leiten, das durch ihr Beispiel die Männer inspirieren sollte, an die Front zurückzukehren.
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