Rothaarig und mit einem rötlichen Bart war Konstantin Balmont ein echtes kulturelles Phänomen. Man nannte ihn den Sänger des Mondes und der Sonne, und er galt als einer der führenden Vertreter des Silbernen Zeitalters. Balmonts Gedichte zeichneten sich durch besondere Klangfülle und Eleganz aus. Er war nicht nur in seiner Kunst, sondern auch im Alltag ein Poet. Balmont liebte es, Aufmerksamkeit zu erregen, indem er sich blumig und hochtrabend ausdrückte. Einen Verleger, der sein Honorar nicht zahlte, nannte er "Schwanenmörder", und Geld bezeichnete er als "klingende Möglichkeiten". Einmal kletterte er auf einen Baum, um "allen Winden ein Blütenblatt-Gedicht vorzulesen", bekam aber Höhenangst und konnte ohne Hilfe nicht wieder herunterkommen. Ein anderes Mal versuchte er in einem Mantel, mit einem Hut und einem Stock, den Mond aus den "nächtlichen Wassern" zu "erreichen". Diese Ausbrüche waren teilweise ein Spaß und das Streben, sich von seinen Kollegen abzuheben. In der Fähigkeit, eine Pose zu halten, war er unübertroffen.
Sein ungezähmter Charakter bereitete ihm oft Probleme. Schon in der Kindheit hatte er Schwierigkeiten in der Schule und wechselte häufig die Bildungseinrichtungen. Er wurde ausgeschlossen und während seiner Studienjahre sogar wegen seiner Teilnahme an Unruhen verhaftet. Trotz alledem wurde Balmont ein gebildeter Mensch, der sich für Naturwissenschaften und Folklore interessierte. Er las viel und beschäftigte sich mit Übersetzungen, unter anderem von Edgar Allan Poe.
Im Jahr 1901 wurde er für das Gedicht "Der kleine Sultan" für zwei Jahre das Recht entzogen, in den Hauptstädten zu leben. Dies führte ihn zu Reisen durch Europa, die zu einer weiteren Leidenschaft wurden. Er besuchte England, Amerika, Mexiko und Tschechien, interessierte sich für indianische Folklore und übertrug lokale Sagen in dem Buch "Schlangenblumen".
Der Höhepunkt von Balmonts Popularität fiel auf die Jahre 1904 und 1909. Über ihn wurde überall gesprochen, und seine Sammlungen "Brennende Gebäude" und "Lasst uns wie die Sonne sein. Buch der Symbole" wurden sehr populär. Seine Gedichte inspirierten junge Gymnasiastinnen, und Verehrer flüsterten sie ihren Damen zu.
Konstantin Dmitrievich begrüßte die Revolution mit Freude, war aber von der bolschewistischen Herrschaft erschüttert. Dem Tod durch Erschießen nur knapp entkommen, verließ er 1920 für immer Russland. Balmont ließ sich mit seiner Frau und Tochter Mirra in Paris nieder. Am 23. Dezember 1942 starb er in der Stadt Noisy-le-Grand.
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