"Keller des Streunenden Hundes" war ein literarisch-künstlerisches Kabarett und wurde zu einem der Schlüsselorte des kulturellen Lebens des Silbernen Zeitalters. Dieses Café, oder Kunstkeller, funktionierte vom 31. Dezember 1911 bis zum 3. März 1915 im Haus Nr. 5 am Michailowskaja-Platz in Petrograd. Der Name des Etablissements symbolisierte den Künstler als streunenden Hund.
Das Kabarett wurde von dem Unternehmer Boris Pronin am Vorabend des Jahres 1912 im Keller des Hauses Zhako eröffnet und schloss im Frühjahr 1915, zur Zeit des Ersten Weltkriegs, kurz nach einer anti-kriegs Rede von Majakowski. Die Wände des Cafés waren mit Gemälden des Künstlers Suidekin geschmückt. Hier fanden Theateraufführungen, Vorträge sowie poetische und musikalische Abende statt. An diesem Ort erklangen viele Gedichte und musikalische Werke zum ersten Mal, wovon zahlreiche Erinnerungen erhalten geblieben sind.
Den Ruhm des „Kellers des Streunenden Hundes“ machten seine berühmten Besucher aus: Achmatowa, Mandelstam, Gumiljow, Severjanin, Majakowski, Meyerhold, Kuzmin, Lurje, Balmont und andere. Üblicherweise versammelten sich die Gäste nach Mitternacht und zerstreuten sich erst am Morgen. Zwanzig Jahre später hinterließ Benedikt Livschitz in seinen Erinnerungen eine ironische Beschreibung der kreativen Atmosphäre dieses Ortes: "Achmatowa, in schwarzer Seide und mit einer Camee am Gürtel, trat ein, verweilte am Eingang, um auf Bitte von Pronin ihre letzten Gedichte in das 'Schweine'-Buch zu schreiben.
Gumiljow, in einem langen Frack und schwarzer Krawatte, ließ keine schöne Frau aus den Augen, während er zwischen den Tischen zurückwich, als würde er den höfischen Etikette einhalten oder fürchten, 'den dolchähnlichen Blick in den Rücken' zu spüren."
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