Im Februar 1834 versammelten sich die Adligen der Provinz Tambow erstmals zu einer gemeinsamen Versammlung, um Beamte für die Provinzbehörden zu wählen, und nutzten das Privileg, das ihnen Kaiser Nikolaus I. gewährt hatte. Um dieses Ereignis angemessen zu würdigen, beschlossen sie, in Tambow eine Bildungseinrichtung für Mädchen, ein Institut für edle Mädchen, zu gründen.
Auf Vorschlag des Provinzvorstehers der Adligen Alexander Olenin wurde in den Sitzungen am 5. und 7. Februar einstimmig beschlossen, ein Institut zur Erziehung von 12 edlen Mädchen, Töchtern der ärmsten Adligen der Provinz, hauptsächlich Waisen, aus jedem Landkreis zu gründen. Die Ausbildung und der Unterhalt sollten kostenlos sein, und die notwendigen Mittel sollten durch private Spenden gesammelt werden.
Im Jahr 1836 besuchte Kaiser Nikolaus I. Tambow, der die Initiative der Adligen unterstützte und dem Institut das Anwesen des alten Gouverneursgebäudes schenkte. Obwohl der Hauptbau baufällig war, stand er immer noch auf einem hohen Hügel mit Blick auf den Fluss Tsna. Der Kaiser beauftragte den Hofarchitekten Alexander Pawlowitsch Brjullow, einen Plan und einen Kostenvoranschlag für den Bau zu entwickeln, damit das Gebäude eine Zierde des Provinzzentrums wurde.
Der Bau begann 1839 und wurde 1843 abgeschlossen. Das zweigeschossige Steingebäude des Instituts ist mit der Fassade zur Bolshaya-Dvortsovaya-Straße (heute Sowjetskaja) ausgerichtet und hat eine strenge Komposition. Die langen Fensteröffnungen mit schlichter Einfassung betonen die Schlankheit des Gebäudes. An den Hauptbau grenzte ein einstöckiger Anbau, hinter dem ein Garten angelegt wurde, der bis zum Fluss Tsna reichte, wo ein Schwimmbad eingerichtet wurde.
Die Innenräume des Gebäudes waren gut organisiert, mit hohen Decken und geräumigen Fluren, was zur Erziehung der Manieren der Zöglinge beitrug. Im Jahr 1875 wurde an der Nordseite des Hauptgebäudes ein dreigeschossiger Anbau errichtet, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Hauskapelle zu Ehren der heiligen Märtyrerin Kaiserin Alexandra von Rom geweiht.
Im Jahr 1918 wurde das Institut geschlossen, und sein Gebäude wurde von verschiedenen Bildungseinrichtungen genutzt. Ab 1932 befand sich hier die Eisenbahnschule Nr. 51, die den Park für Spaziergänge und Sportveranstaltungen nutzte. Während des Krieges diente das Gebäude als Krankenhaus, und nach dem Krieg ging es an das Tambower Staatliche Pädagogische Institut über. Heute befindet sich darin das Medizinische Institut der Tambower Staatlichen Universität namens Derzhavin.
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