Die Föderale staatliche Budgeteinrichtung für höhere Bildung „Sankt Petersburger Staatliche Kunst- und Industrieakademie benannt nach A. L. Schtiglitza“, bekannt als Akademie Schtiglitza, ist eine der ältesten Hochschulen Russlands, die sich auf die Ausbildung von Fachleuten im Bereich der bildenden, dekorativen und angewandten Kunst sowie des Designs spezialisiert hat. Der Hauptsitz der Akademie befindet sich in einem Gebäude, das vom ersten Direktor dieser Bildungseinrichtung, dem Architekten M. E. Messmacher, entworfen wurde.
Die zentrale Schule für technisches Zeichnen für beide Geschlechter wurde 1876 auf Erlass von Alexander II. mit Mitteln gegründet, die von dem Bankier und Industriellen Baron Alexander Ludwigowitsch Schtiglitz gespendet wurden. Die Schule umfasste ein reichhaltiges kunstgewerbliches Museum und eine gut ausgestattete Bibliothek. Schtiglitz, ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber, spendete 1.000.000 Rubel für die Gründung der Schule und unterstützte sie weiterhin. Bis zu seinem Lebensende blieb er Ehrenkurator der Schule und vermachte ihr eine beträchtliche Summe von 7 Millionen Rubel, was zu ihrer Entwicklung beitrug. Die Bildungseinrichtung bereitete Künstler der dekorativen und angewandten Kunst für die Industrie vor sowie Zeichen- und Zeichnungslehrer für mittlere kunstgewerbliche Schulen. Die Schule wurde nach der Eröffnung von Filialen in Narva, Saratow und Jaroslawl in den 1890er Jahren zur Zentralen. Bis 1892 waren dort 200 Personen eingeschrieben, und es wurden Abteilungen eingerichtet: allgemeine Kunst, dekorative Malerei und Schnitzerei, Majolika, Prägung, Holzschnitt, Porzellanmalerei, Weberei und Druckerei. Zu den Lehrkräften gehörten so bekannte Persönlichkeiten wie A. D. Kivschensko, M. K. Klodt, A. T. Matwejew, W. W. Maté, A. I. von Hogen, N. A. Koschelew, A. A. Rylow. Die Bildungseinrichtung erfreute sich großer Beliebtheit bei der Jugend Lettlands, die eine Ausbildung im Bereich der dekorativen und angewandten Kunst anstrebte.
Von 1953 bis 1994 trug die Akademie den Namen Leningrader Höhere Kunst- und Industrie-Schule benannt nach W. I. Muchina, weshalb sie in den Medien oft als „Muchina-Schule“ oder einfach „Mucha“ bezeichnet wird.
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