Anna Andrejewna Achmatowa (1889, 1966), bekannte russische Dichterin des 20. Jahrhunderts, sowie Schriftstellerin, Übersetzerin, Kritikerin und Literaturwissenschaftlerin. Sie schuf das berühmte Gedicht "Requiem", das den Repressionen der 30er Jahre gewidmet ist. Vor der Machtübernahme der Sowjets erfreute sich ihr Werk großer Beliebtheit, doch seit Mitte der 1920er Jahre wurden ihre Gedichte aufgrund ihrer Unvereinbarkeit mit der Ideologie der damaligen Zeit nicht mehr veröffentlicht.
Anna Achmatowa wurde am 11. Juni (23. Juni) 1889 in Odessa geboren. Ihre Grundausbildung erhielt sie im Mariinskaja-Gymnasium in Zarskoje Selo, danach besuchte sie das Fundukleev-Gymnasium in Kiew und nahm an historisch-literarischen Frauenkursen teil.
Ihr erstes Gedicht wurde 1911 veröffentlicht, und 1912 erschien ihr erstes Gedichtbuch "Abend". 1914 wurde der zweite Band "Perlen" mit einer Auflage von 1000 Exemplaren veröffentlicht, der ihr echten Ruhm einbrachte. Drei Jahre später erschien ihr drittes Buch "Der weiße Schwarm" mit einer doppelt so hohen Auflage.
1910 heiratete Anna Nikolai Gumiljow, und 1912 wurde ihr Sohn Lew geboren. 1918 ließ sie sich von Gumiljow scheiden und heiratete bald darauf den Dichter und Wissenschaftler W. Schileiko. 1921 wurde Gumiljow erschossen. Von ihrem zweiten Mann trennte sie sich, und 1922 begann sie eine Beziehung mit dem Kunstwissenschaftler N. Punin.
Viele enge Vertraute von Achmatowa erlebten tragische Ereignisse. Nikolai Punin wurde dreimal verhaftet, und ihr Sohn Lew verbrachte über 10 Jahre in Haft. Achmatowas Werk thematisierte oft tragische Themen. Das Gedicht "Requiem" (1935, 1940) spiegelt das schwere Schicksal einer Frau wider, deren Angehörige unter Repressionen litten.
Im Juni 1941 traf Anna Achmatowa in Moskau auf Marina Zwetajewa, dies war ihr einziges Treffen. Für Achmatowa waren Gedichte ein Weg, die Wahrheit zu den Menschen zu bringen. Sie zeigte sich als feine Psychologin und Kennerin der menschlichen Seele.
Achmatowas Gedichte über die Liebe demonstrieren ihr tiefes Verständnis der menschlichen Natur. In ihren Werken zeigt sich hohe Moral sowie Überlegungen zu den Tragödien des Volkes und nicht nur zu persönlichen Erfahrungen.
Anna Achmatowa starb am 5. März 1966 in einem Sanatorium in der Nähe von Moskau und wurde auf dem Komarowskoje Friedhof bei Leningrad beigesetzt. Zu ihren Ehren wurden Straßen in verschiedenen Städten der ehemaligen UdSSR benannt. Das literarisch-memorielle Museum Achmatowas befindet sich im Fontanennhaus in St. Petersburg, wo auch mehrere Denkmäler für sie errichtet wurden. Gedenktafeln zu ihren Ehren wurden in Moskau und Kolomna aufgestellt.
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